Immunsystem stärken: Warm anziehen und raus an die Luft

Trotz aller Bemühungen ist es fast unmöglich, den Schnupfenviren während des ganzen Winterhalbjahres komplett auszuweichen. Gegen ein starkes Immunsystem kommen sie aber nur schwer an. Omas guter Rat „Zieh Dich warm an, Kind“ hat hier durchaus Bedeutung. Denn wenn wir frieren, ziehen sich die Gefäße in der Körperperipherie zusammen, die Schleimhäute werden schlechter durchblutet und trocknen aus, was den Viren das Eindringen erleichtert. Mütze, Schal und warme Schuhe können also Helfer gegen Erkältungen sein.

Warm anziehen ist außerdem besser als immer zu Hause zu bleiben. Denn Bewegung, frische Luft und Sonne aktivieren ebenfalls das Immunsystem. Unter dem Einfluss der Sonnenstrahlen bildet unser Körper nämlich Vitamin D, das für eine gesunde Abwehr unentbehrlich ist. Aktivität bringt den Kreislauf in Schwung und vermehrt die Anzahl der Abwehrzellen im Blut. Übertreiben sollte man den sportlichen Ehrgeiz allerdings nicht, weil Leistungssport und zu starke Anstrengung den gegenteiligen Effekt haben.

Wichtig für die Immunabwehr sind aber nicht nur äußere, sondern auch innere Einflüsse, denn Vitamine, Mineralstoffe und bestimmte sekundäre Pflanzenstoffe können sie unterstützen. So sind beispielsweise Zitrusfrüchte, Sanddorn, Hagebutten, Kohl und Broccoli wahre Vitamin-C-Bomben. Schwarzer Holunder hilft mit seinen Flavonoiden bei der Abwehr freier Radikale, und Süßholzwurzel kann schleimlösend und entzündungshemmend wirken. Ein Naturmittel, auf das viele geradezu schwören, ist Ingwer: Ein Tee aus einem daumengroßen Stück der gelben Wurzel, geraspelt, mit Wasser überbrüht und nach 10 Minuten abgeseiht, heizt von innen durch und fördert mit seinen Scharfstoffen die Durchblutung der Nasenschleimhaut. Wem das zu exotisch ist, der kann es mit dem alten Spruch „Ein Apfel am Tag hält den Doktor fern“ halten. Denn das Lieblingsobst der Deutschen liefert viele gesunde Vitamine, Mineral- und Ballaststoffe und ist ein echter „Gesundhalter“.

Bewegung, frische Luft und gutes Essen machen müde, und das führt zum letzten großen „Immunbooster“: Entspannung und Schlaf. Denn ebenso wie Aktivität brauchen Körper und Geist Ruhephasen, um fit und stark zu bleiben. Tagsüber sollte man darum auf regelmäßige Auszeiten achten – vielleicht mit einer kleinen Fantasiereise, einem warmen Bad oder etwas Meditation. Und eine ausreichend lange und ungestörte Nachtruhe gibt dem Immunsystem und den Reparaturmechanismen der Zellen Zeit für ihre Arbeit. Dann können die Erkältungsviren einpacken.