Husten

Beim Husten handelt es sich um einen Vorgang, der durch einen Reflex ausgelöst wird. Bestimmte „Hustenpunkte“ in Rachenhöhle, Kehlkopf und den unteren Atemwegen reagieren auf mechanische (Schleim, Fremdkörper) oder chemische Reize (Gase) und lösen einen starken, pressluftartigen Atemstoß aus. Durch den Hustenreflex werden die verästelten Luftwege gereinigt. So genannte Flimmerhaarzellen auf den Schleimhäuten der Atemwege sind Tag und Nacht damit beschäftigt, den Schleim auszuwerfen, der Bakterien und Staubteilchen „eingefangen“ hat. Wenn dieser in Kehlkopfnähe angekommen ist, reicht ein leichtes Räuspern, um den Schleim zu beseitigen. Produziert wird dieser Schleim von so genannten „Becherzellen“, die ausschließlich diese Aufgabe haben. Wenn sie keinen Schleim produzieren können, versagt das ganze System und der Hustenreiz nimmt zu. Es entsteht der so genannte trockene Reizhusten.
Vorsicht! In besonderen Fällen der Abwehrschwäche kann sich daraus eine Lungenentzündung entwickeln.

Man unterscheidet drei Typen Husten:
1. trockenen Reizhusten
2. nicht produktiven Husten bei Verschleimung der Atemwege
3. produktiven, Schleim absondernden Husten

Von der Art des Hustens hängt auch dessen Behandlung ab. Bei der Auswahl des geeigneten Arzneimittels, ob Hustenlöser oder Hustenstiller, sollte man sich bewusst sein, dass das völlige Unterdrücken des Hustens nicht sinnvoll, sondern lediglich für die Nacht nützlich ist. Es ist wichtiger, den Schleim zu verflüssigen, die Atmungsorgane in ihrer Funktion zu unterstützen und das Abhusten zu erleichtern. Als Faustregel gilt daher: Schleimlöser morgens und mittags, Hustenstiller oder -blocker
abends und nachts!

Hustenblocker sind chemische Substanzen, die – wie der Name schon sagt – den Hustenreiz unterdrücken. Hierzu zählen in erster Linie die verschreibungspflichtigen Wirkstoffe Codein und Noscapin. Empfehlenswerte rezeptfreie Hustenstiller sind unter anderem Wick Hustensirup gegen Reizhusten, Silomat Lutschtabletten oder Saft, Sedotussin oder, auf rein pflanzlicher Basis, Broncho-Sern oder Plantago lanceolata Ceres Tropfen.

Die lästige Verschleimung der Atemwege ist oft das Hauptproblem während eines grippalen Infektes. Sitzt der Schleim fest, kommen synthetische Schleimlöser wie Acetylcystein (ACC akut 600) oder Ambroxol (Mucosolvan) zur Anwendung. Vor allem bei älteren Patienten haben sich salzhaltige Präparate bewährt, wie zum Beispiel Emser Pastillen (mit oder ohne Menthol), die bei chronischem „Alters“-Husten gefahrlos als Dauermedikation wirksam gelutscht werden können. Ebenfalls sinnvoll sind Schleim lösende Pastillen mit Thymian (Bronchicum) oder mit Efeu (Prospan). Gut Husten lösend wirken Aspecton Tropfen. Sehr praktisch sind Mucoangin Lutschtabletten, sie wirken gegen Halsschmerzen und schleimlösend.

Die größte Gruppe der Arzneimittel, die gegen Husten verschiedenster Art geeignet sind, stammt aus dem Reich der Heilpflanzen. Doch auch hier muss unterschieden werden zwischen dem trockenen Reizhusten und dem „rollenden“ Schleimhusten. Allerdings können die meisten Pflanzen beide Hustenformen günstig beeinflussen. Zum Teil haben sie sogar desinfizierende Wirkung, so dass sich die Anwendung von Antibiotika erübrigt. Lassen Sie sich dazu in Ihrer Apotheke beraten!

Erfolgversprechend ist die Therapie mit homöopathischen Mitteln. Die so genannte „klassische Homöopathie“ verwendet ausschließlich Einzelmittel, also Zubereitungen auf Basis einer einzigen Substanz. Mit diesen werden bestimmte Symptome wie trockener Reizhusten, krampfartiger Husten oder Husten mit zähem Schleim gezielt behandelt. Einzelhomöopathie ist jedoch recht schwierig für die Selbstmedikation, weil dieser eine Wirkstoff exakt auf die Erkrankung und die Konstitution des Menschen passen muss. Homöopathische Komplexpräparate sind
einfacher, denn mit diesen werden gleichzeitig mehrere Symptome therapeutisch abgedeckt. Sie sind aus verschiedenen, sich in ihrer Wirkung ergänzenden homöopathischen Verdünnungen (den so genannten „Potenzen“) zusammengesetzt und enthalten nicht nur Arzneipflanzen, sondern auch andere Naturstoffe. Beispiele dafür sind Bronchiselect Tropfen, Bomapect Hustentropfen oder Monapax Tropfen und Saft.

Bei Erkältungskrankheiten ist es sehr wichtig, auf genügend Flüssigkeitszufuhr zu achten, damit der Schleim verflüssigt und ausgeschieden bzw. abgehustet wird. Seien Sie sich dessen bewusst, dass eine Erkältungs-krankheit, vor allem mit Fieber, eine intensive Atmung auslöst und dabei mehr Wasser mit der Atemluft ausgeschieden wird als üblich. Zusätzliches Schwitzen bedeutet erhöhten Wasserverlust. Außerdem lähmen Hustenreiz stillende Wirkstoffe wie Codein die Darmmuskulatur und „trocknen aus“. Alles in allem bedeutet das, dass eine erhöhte Trinkmenge extrem wichtig ist, mindestens zwei bis drei Liter pro Tag, darunter auch Husten- und Bronchialtee. Diese sollten heiß geschlürft werden, um die im Tee enthaltenen ätherischen Öle zu inhalieren.

Nicht nur bei Husten ist Tee ein beliebtes und gesundes Getränk. Neben der praktischen Zubereitungsart in Teebeuteln oder als Instanttee (Granulat) sind in der Apotheke zahlreiche Sorten als lose Teemischungen erhältlich, wie beispielsweise von der Firma Klenk, die mehr als 600 Heilkräuter (so genannte Drogen) in ihrem Sortiment führt. Loser Tee hat mehrere Vorteile: Er ist frei von künstlichen Aromastoffen, enthält weniger Verschnitt als Beuteltee und kann gut mit anderen losen Teesorten gemischt werden.