Herz-Kreislauf-Probleme

Bluthochdruck – ein spezielles Thema des Alters?
Obwohl die Wahrscheinlichkeit, an Bluthochdruck zu erkranken, mit den Jahren steigt, ist die Hypertonie, so der Fachbegriff, inzwischen keine typische Alterserkrankung mehr. Im Gegenteil, gerade in den letzten Jahren wird eine steigende Erkrankungstendenz bei immer jüngeren Patienten registriert. Zu erklären ist dies durch die veränderten Lebens- und Ernährungsgewohnheiten unserer Informationsgesellschaft: häufig Fast Food, fast kein frisches Obst und Gemüse, wenig Bewegung, alltäglicher Stress und Hektik. Ungesunde Lebensgewohnheiten führen oft erst über die Jahre zu ernsthaften Gesundheitsstörungen, aber diese sind dann quasi vorprogrammiert. Unser Körper ist ein Meister der Selbstheilung, aber mit den Jahren kann er die Defekte immer weniger ausgleichen. In keinem anderen Lebensabschnitt als im fortgeschrittenen Alter ist die regelmäßige Kontrolle des Blutdrucks wichtiger, denn die Gefahr, einen Schlaganfall oder Herzinfarkt aufgrund einer unbemerkten Hypertonie zu erleiden, steigt mit den Jahren deutlich an.

Zur Kontrolle des Blutdrucks gibt es mehrere Anlaufstellen. Entweder man konsultiert regelmäßig den Arzt oder man lässt (auch gegen eine kleine Schutzgebühr) den Blutdruck in der Apotheke messen. Natürlich können Sie Ihren Blutdruck auch zu Hause selbst überprüfen. Auf dem Markt gibt es zwei unterschiedliche Gerätetypen, man wählt zwischen Handgelenks- oder Oberarmgeräten. Beide Varianten pumpen nach Knopfdruck die Manschette automatisch auf und lassen die Luft auch wieder selbstständig entweichen. Dem Anwender bleibt nur die Aufgabe des Ablesens. Fast alle Geräte verfügen über einen oder mehrere Datenspeicher, so dass die Messergebnisse nicht handschriftlich protokolliert werden müssen. Etliche Geräte können Unregelmäßigkeiten im Herzschlag aufzeigen, bei einigen können die Messergebnisse direkt in einen Computer übertragen werden. Die heutigen Messgeräte (z. B. von Hartmann und Beurer) sind einfach in der Handhabung, zuverlässig und bieten den Vorteil, dass Sie entspannt und zu jeder Tageszeit Ihre Werte erfassen können. Mit den modernen Blutdruckmessgeräten wird nicht nur automatisch der systolische und der diastolische Blutdruck erfasst, sondern auch der Puls. Der systolische ist der obere Wert, der erste registrierte Ton, und der diastolische ist der untere Wert, der letzte registrierte Ton, mit dem das Blut durch die Adern strömt (die Bezeichnung Ton stammt noch aus der Zeit der Messung mit dem Stethoskop). Als Normwerte gelten dabei etwa 120 bis 130 systolisch und 80 bis 90 diastolisch. Den Puls könnte man als „fühlbaren Herzschlag“ bezeichnen, dessen Normwert bei 60 bis 70 liegt. Sollten Sie einen erhöhten Blutdruck oder Puls bei sich feststellen, der längere Zeit anhält und nicht auf sportliche Betätigung zurückzuführen ist, suchen Sie bitte Ihren Arzt auf.

„Herzschwäche“, „Altersherz“ und Arteriosklerose
Die Begriffe „Herzschwäche“ und „Altersherz“ waren früher sehr geläufig. Sie beschreiben den Zustand der nachlassenden Leistungsfähigkeit des Herzens. Zum Krankheitsbild gehören mühsames Atmen, lange Erholungsphasen nach körperlichen Belastungen und Wasseransammlungen in den Beinen. Häufig ist ein kraftloser Husten, allgemein auch „Herzhusten“ oder „Altershusten“ genannt, ein typisches Symptom. Bereits vor 200 Jahren verwendete der englische Arzt Withering Aufgüsse von Blättern des Roten Fingerhutes, der herzstärkend wirkte. Aus diesen frühen Studien entstammen unsere heutigen Digitalis-Präparate. Herzpatienten erhalten nach ärztlicher Diagnose die reinen Wirkstoffe dieser Pflanze, die Digitalisglykoside, in Tablettenform. Sie stabilisieren den Herzrhythmus und verbessern die Herzmuskelkraft. Ähnlich wirken Arzneimittel aus Maiglöckchenkraut, Meerzwiebeln oder Oleanderblättern, die meist in der naturheilkundlichen Medizin zur Anwendung kommen. Die genannten Arzneimittel müssen individuell dosiert und ärztlich ver-ordnet werden. Oft kann die Herzkraft allein schon durch Zufuhr geeigneter Elektrolyte unterstützt werden, unter anderem mit Kalium, Magnesium, Kalzium. Entsprechende Präparate sind Tromcardin complex oder Zentramin. Da diese Präparate auch bei Muskelkrämpfen helfen können, sind sie für mehrere „Baustellen“ sinnvoll. Von den im Handel befindlichen freiverkäuflichen Phytopharmaka (Pflanzenheilmitteln) zur Stärkung der Herzkraft wird hier eine kleine Auswahl vorgestellt.

Weißdorn für die bessere „Zündung“
Für die Behandlung leichter „Altersherz“- Beschwerden werden seit vielen Jahren gut erforschte und wissenschaftlich anerkannte Arzneimittel aus Weißdorn (lateinisch: Crataegus) angewendet. Der Strauch enthält in Blüten, Blättern und Früchten so genannte Flavonoide, die beim „Altersherz“ eine Verbesserung der Sauerstoffaufnahme und -ausnutzung durch den Herzmuskel bewirken und dessen Leistungsfähigkeit verbessern und stabilisieren. Weißdornpräparate können über lange Zeit auch in der Selbstmedikation eingenommen werden. Es empfiehlt sich in diesem Falle jedoch, ausreichend hoch dosierte Präparate auszuwählen und die Herztätigkeit routinemäßig ärztlich überprüfen zu lassen.

Fertigarzneimittel aus Weißdornextrakten (Auswahl)
• Crataegutt Tropfen, Tabletten
• Faros Dragees
• Crataegus Ceres
Sinnvolle Mischpräparate (Auswahl)
• Diacard
• Doppelherz
• Protecor Kapseln

Weißdornblätter-Tee gibt es auch als Teebeutel oder als fertige Teemischung in der Apotheke, wie zum Beispiel Herz-Kreislauf-Tee von H&S. Es muss allerdings sehr viel Tee getrunken werden, um die Wirkung einer Tablette zu erzielen. Als Weißdorn-Elixier (Crataegus Elixier) steht Weißdorn der Selbstmedikation in Form eines flüssigen Konzentrates zur Verfügung.

Knoblauch – seine Möglichkeiten und Grenzen
Neben den vielen positiven Wirkungen des Knoblauchs auf den Verdauungstrakt ist er hervorragend geeignet, den Blutkreislauf zu stabilisieren. Nachweislich sterben in den Mittelmeerländern mit hohem Knoblauchverzehr weniger Menschen an Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Inzwischen ist seine vorbeugende Wirkung wissenschaftlich anerkannt. Erfahrungsmedizinisch werden Knoblauchpräparate zur allgemeinen Vorbeugung gegen Altersbeschwerden angewendet.

Knoblauchpulver-Präparate enthalten Mineralien und Spurenelemente aus der Frischpflanze, oft ergänzt durch Auszüge ausWeißdorn, Mistelkraut oder Vitamine. Sie sind als milde Vorbeugungsmittel gegen Arteriosklerose und vorzeitiges Altern zu empfehlen. Ihre Inhaltsstoffe sind jedoch nicht standardisiert, d. h. man weiß nicht exakt, wie viel Wirkstoff eingenommen wird. Eine Tatsache, die den Anwender meist nicht stört.

Knoblauchöl-Zubereitungen in Weichgelatinekapseln sind meist standardisiert und auf Inhaltsstoffe wie Allicin normiert. Für die „Arterioskleroseprophylaxe“ sind Ölpräparate vorzuziehen, weil der darin enthaltene Wirkstoff Diallyldisulfid Radikalfängerfunktion hat. Zur Unterstützung diätetischer Maßnahmen bei erhöhten Blutfettwerten und gegen Arteriosklerose müssten täglich mindestens vier Gramm frischen Knoblauchs oder entsprechende Arzneimittel eingenommen werden, was wegen der unvermeidlichen Geruchsbelästigung selten getan wird, jedoch durchaus sinnvoll wäre.

Fertigarzneimittel (Auswahl)
• Kwai forte Dragees
• Ilja Rogoff THM Dragees