Hautreinigung und -pflege bei Venenerkrankungen

Durch die Mangelversorgung der Hautzellen auf Grund der Durchblutungsstörungen ist die Haut meistens trocken und hochempfindlich. Darauf sollte bei der Hautreinigung und Pflege Rücksicht genommen werden. Auch wenn Hautpflege die Venenprobleme nicht heilen oder lindern kann, verbessert sie, richtig betrieben, jedoch den Hautzustand und lindert Hautsymptome wie Trockenheit, Spannungsgefühl, Juckreiz und Schuppung. Bei der Hautreinigung sollte Folgendes beachtet werden: Häufiges und langes Waschen, Duschen und Baden mit zu heißem Wasser (über 35 ºC), zu viel oder zu aggressiven Reinigungsmitteln kann die Haut reizen und die Austrocknung verstärken. Seife zerstört darüber hinaus als Lauge den hauteigenen Säureschutzmantel mit seinen Abwehrfunktionen gegen Krankheitserreger und schädliche Umwelteinflüsse. Milde, seifenfreie Reinigungsprodukt für empfindliche Haut mit einem pHWert von 5,5, die auf den Säureschutzmantel abgestimmt sind, werden dagegen selbst bei wunden Stellen sehr gut vertragen. Beim Duschen kann ein Präparat mit hohem Lipidanteil den Pflegebedarf der Haut bereits bei der Reinigung teilweise decken. Cremes und Lotionen zur Hautpflege sollten niemals zusammen mit oder unmittelbar vor bzw. nach der Anwendung von Arzneisalben auf den gleichen Hautstellen angewendet werden. Auch sollten Wunden bis zur vollständigen Abheilung nicht mit kosmetischen, sondern nur mit Arzneipräparaten behandelt werden. Die Auswahl der Pflegecremes oder -lotionen sollte mit dem behandelnden Arzt abgestimmt werden.

Besonders aufnahmefähig für Pflege ist die Haut nach dem Waschen und Abtrocknen. Ein sanftes Einmassieren von den Knöcheln angefangen nach oben bis zu den Oberschenkeln sorgt für vollständiges Einziehen und fördert die Durchblutung. Die Wahl des Pflegeproduktes sollte sich nach dem jeweiligen Zustand der Haut richten: Je trockener die Haut ist, desto mehr Fett und Feuchtigkeit muss die Creme enthalten. Bei heißem Wetter und wenn Kompressionsverbände oder Strümpfe angelegt werden, sollte jedoch eher eine leichtere Feuchtigkeitscreme (Bepanthol) verwendet werden, die vollständig in die Haut einzieht. Für raue, schuppende Hautstellen und bei Juckreiz ist oft eine harnstoffhaltige Pflegelotion notwenig, um die Haut wieder glatt und reizfrei zu machen.

Die Abdeckung der Haut durch Kompressionsstrümpfe und Verbände steigert die Empfindlichkeit gegen Reizungen und Allergien. Vor allem Patienten mit offenem Bein leiden oft unter allergischen Hautreaktionen. Deshalb sollten nur dermatologisch getestete Präparate für empfindliche Haut zur Reinigung und Pflege verwendet werden. Sind Allergien gegen bestimmte Stoffe bekannt, sollte man die Inhaltsstoffliste der Präparate darauf überprüfen, dass sie frei von diesen Substanzen sind. Dabei kann man sich beim Arzt oder in der Apotheke beraten lassen.