Hausmittel – was leisten sie?

Zu den klassischen Hausmitteln zählen innerlich Melissengeist, Schwedenbitter, Baldrian- und Hoffmannstropfen sowie der äußerlich aufzutragende Franzbranntwein. Sie haben nach wie vor eine wichtige Bedeutung in der häuslichen Krankenpflege und werden gerne zur Besserung von Befindlichkeitsstörungen angewendet.

„Melissengeist“ ist die traditionelle Bezeichnung für ein alkoholisch- wässriges Destillat, das ursprünglich in Carmeliterklöstern hergestellt wurde. Es enthält die ätherischen Öle aus mehreren Aromadrogen und wirkt bei nervös bedingten Gesundheitsstörungen von Kopf, Magen, Herz und Nerven.

Der Schwedenbitter oder Schwedentrunk ist eine alkoholische Mischung aus bis zu 24 verschiedenen Kräutern, darunter etliche Bitterstoffe, die den Stoffwechsel, besonders Leber und Galle, in ihrer Funktion unterstützen und stärken.

„Baldriantropfen“ sind alkoholische Tinkturen aus deutscher Baldrianwurzel. Sie werden traditionell tropfenweise auf Würfelzucker gegeben, gelutscht eingenommen und wirken leicht beruhigend bei Schlafstörungen und Unruhezuständen.

„Hoffmannstropfen“ bestehen aus einer Mischung von Alkohol und Äther. Sie wurden früher vor allem als stark anregendes Mittel bei Schwächeanfällen gegeben. Korodin Tropfen bestehen aus Alkohol, Kampfer und Weißdorn. Die Tropfen werden auf Zucker (Diabetiker auf Brot) eingenommen und wirken über die Mundschleimhaut schnell bei Herz- und Kreislauf-Störungen, niedrigem Blutdruck und nachlassender Leistungsfähigkeit des Herzens.

„Franzbranntwein“ ist eine alte Bezeichnung für Lösungen ätherischer Öle sowie Kampfer und Menthol in alkoholisch-wässrigen Mischungen. Das Hautareal, das mit Franzbranntwein behandelt wird, kühlt angenehm ab, sodass es Erleichterung verschafft bei einfachen stumpfen Verletzungen wie Prellungen, Zerrungen, Blutergüssen und in der häuslichen Krankenpflege zur Vorbeugung des Wundliegens bei Bettlägerigen.