Harninkontinenz und -entleerungsstörungen

Etwa jede vierte Frau leidet altersbedingt oder als Folge von Krankheiten und Schwangerschaften unter Störungen der Blasenschließmuskulatur. Bei Männern tritt dieses Problem nicht so häufig auf und hat auch andere Ursachen, wie zum Beispiel als Folge einer Prostataoperation.

Die Versorgung mit Vorlagen oder Windelhöschen ist auf hohem Hygienestandard möglich, (Attends, Tena oder MoliCare), so dass das Alltagsleben weitgehend ungestört verlaufen kann. Achtung: Normale Menstruationsbinden für Frauen sind für die Aufnahme von Urin nicht geeignet! Deren Fliese und Saugkomponenten sind dafür nicht ausreichend. Bei den speziellen Inkontinenzprodukten kann man zwischen unterschiedlichen Saugstärken als auch unterschiedlichen Höschenformen wählen. Es gibt inzwischen Hosen, die überhaupt nicht mehr auftragen und somit auch nicht zu sehen sind. Neuere Ausführungen lassen sich auch problemlos auf der Toilette wechseln, ohne dass man sich ausziehen muss. Oft reicht eine Einlage, die sich mit einem Klebestreifen am Slip befestigen lässt. In der Furcht, Urin nicht halten zu können, darf keinesfalls die erforderliche tägliche Trinkmenge eingeschränkt werden.
Tipp: Informieren Sie sich über spezielle Muskelübungen im Beckenbodenbereich! Diese zeigen meist sehr gute Resultate.

Zu den Harnentleerungsstörungen zählt eine Infektion der Blase und der ableitenden Harnwege. Hier rufen Bakterien die entzündlichen Vorgänge im Bereich der Schleimhäute hervor. Die Beschwerden beginnen meist mit Brennen beim Urinlassen, es folgen häufiger Harndrang, Krämpfe, Schmerzen und schließlich Harnverhalt, oft in Verbindung mit Fieber. Bei einer schweren Infektion können Druckschmerzen im Bereich der Nieren auftreten. Eine rosarote Verfärbung des Urins deutet auf eine Beimengung von Blut im Urin, was ein Hinweis auf eine Nierenentzündung sein kann und eine ärztliche Behandlung erfordert.

Harnwegsinfekte können jahreszeitlich gehäuft oder ganzjährig auftreten. Sie werden durch unsachgemäße Kleidung begünstigt wie das Trocknen nasser Badekleidung am Körper, durch Schwitzen und nachfolgender Abkühlung der Haut in Zugluft oder zu leichtes Schuhwerk bei Regenwetter. Frauen sind besonders gefährdet. Leichte Harnwegserkrankungen können selbst behandelt werden, jedoch nie länger als drei Tage! Dann muss ärztlicher Rat eingeholt werden. Grundsätzlich ist wichtig: Viel trinken! Durch das intensive Spülen der Harnwege kann die Anzahl der Keime im Urin verringert werden. Bei geringer Harnmenge droht eine Verschlimmerung. Geeignete Teedrogen sind Ackerschachtelhalmkraut, Birkenblätter, Goldrutenkraut, Bärentraubenblätter, Hauhechelwurzel sowie Orthosiphonblätter.

Viele Männer haben mit zunehmendem Alter Beschwerden beim Harnlassen. Das sollte immer ein Grund für einen Arztbesuch sein. Der Therapeut kann feststellen, ob eine etwaige Prostatavergrößerung vorliegt. Bei gutartiger Prostatavergrößerung wird eine Behandlung mit pflanzlichen Arzneimitteln aus Kürbissamen oder Sägepalmenfrüchten zur Beschwerdelinderung über längere Zeit empfohlen. Für Männer, die an Inkontinenz leiden, gibt es spezielle Vorlagen, beispielsweise Attends for men oder Tena Men.

Fertigarzneimittel (Auswahl) bei Erkrankung der Prostata (Gutartige Prostatavergrößerung, BPH)
1. aus Pollen
• Pollstimol Kapseln
2. aus Sägepalmenfrüchten
2.1. à 160 mg Extrakt pro Kapsel
• Prostagutt Mono Kapseln
2.2. à 320 mg Extrakt pro Kapsel
• Prostagutt Uno Kapseln
3. aus Brennnessel
• Prostaherb N Traditionell Tabletten
4. Kombinationspräparate
4.1. Extrakt aus Sabalfrüchten und Brennnesselwurzeln
• Prostagutt forte Kapseln
4.2. Extrakt aus Sabalfrüchten und Kürbissamen etc.
• Granu Fink Prosta-Kapseln