Harmloser Infekt oder echte Virusgrippe?

Wichtig ist, dass man die ernst zu nehmende „echte Virusgrippe“, die Influenza, klar von einem grippalen Infekt abgrenzt. Erkältungen sind weit verbreitet, sie treten meist im Frühjahr und Herbst auf, zwingen uns häufig zur Bettruhe, sind aber im Prinzip recht harmlos und gehen nach einigen Tagen vorüber. Die echte Virusgrippe, wie zum Beispiel Vogelgrippe oder Schweinegrippe, tritt epidemieartig auf. Die beiden Erkrankungen unterscheiden sich deutlich durch die Heftigkeit der Symptome.

Die Influenza ist meldepflichtig, da die Ansteckungsgefahr sehr hoch ist. Bei der Influenza handelt es sich in erster Linie um eine Infektion der oberen Atemwege. Fieber, Gliederschmerzen, trockener Husten treten schnell und heftig auf. Der ganze Körper fühlt sich zerschlagen und wie zermalmt an. Zusätzlich zu den Viren können Bakterien Infekte im Magen-Darm-Bereich, in den Gelenken, Muskeln oder auch im Gehirn hervorrufen. Die Erkrankung klingt nur langsam ab und kann den gesamten Organismus für Wochen schwächen – und: Eine Influenza kann im schlimmsten Fall tödlich verlaufen! Bei Verdacht auf eine echte Grippe, wie zum Beispiel nach einem Aufenthalt in infizierten Gebieten, kann ein Schnelltest aus der Apotheke Klarheit verschaffen. Wenn dieser Schnelltest ein positives Ergebnis zeigt, sollte sofort ein Arztbesuch folgen.

Beide Grippearten werden durch Tröpfchen beim Niesen, Anhusten oder Sprechen sowie durch Körperkontakt übertragen. In geschlossenen Räumen und öffentlichen Verkehrsmitteln steigt das Risiko einer Infektion signifikant. Die Inkubationszeit, also die Zeit von der Infektion bis zum tatsächlichen Auftreten der ersten Symptome, kann zwischen wenigen Stunden und mehreren Tagen betragen.

Grippeimpfungen werden jährlich aufgefrischt, weil sich immer wieder neue Erreger entwickeln. Gefährdete Personen sind all diejenigen, die ein geschwächtes Immunsystem haben, insbesondere Senioren und chronisch Kranke, aber auch Berufstätige mit erhöhter Infektionsgefahr, beispielsweise Ärzte und Pflegepersonal. Ihnen wird allgemein empfohlen, sich zeitgleich mit der Grippeimpfung gegen Lungenentzündung impfen zu lassen.

! Tipp: Grippeschutz = Herzschutz!
Nachgewiesen wurde ein interessanter Zusammenhang zwischen Grippeimpfung und Herzschutz. Denn die Impfung schützt offensichtlich nicht nur vor Grippe, sondern auch vor koronaren Herzkrankheiten (KHK). Bei geimpften Patienten mit KHK ließ sich nach einem Jahr eine um zwei Drittel geringere Sterberate an Herz-Kreislauf-Ereignissen verzeichnen. Noch ist man sich allerdings über den Zusammenhang unklar, doch man vermutet, dass die Impfung das Immunsystem allgemein stärkt, wovon letztendlich auch die Herzpatienten profitieren.