Gutes für Herz und Gefäße

Gesunde Blutgefäße und ein gesundes Herz gehen meist Hand in Hand. Für freie und elastische Adern sorgt vor allem eine bewusste Lebensweise.

Unsere Blutgefäße bilden ein riesiges Netz im Körper, das in jeden Winkel reicht und alle Zellen mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt. Würde man sämtliche Blutgefäße – von der großen Hauptschlagader bis zur winzigsten Kapillare – aneinanderhängen, hätten sie eine Länge von über 100.000 Kilometern. Im Zentrum dieses Geflechts liegt das Herz. Mit etwa 100.000 Schlägen pro Tag sorgt es dafür, dass das Blut im Fluss bleibt und die Versorgung aufrechterhalten wird.

Gefahr Arteriosklerose

Damit das Herz seine schwere Arbeit ungestört verrichten kann, müssen die Adern intakt und frei sein. Denn Verengungen oder Versteifungen bürden der „Pumpe“ zusätzliche Last auf, treiben den Blutdruck hoch und führen zu weiteren Schäden an den Gefäßwänden. Bei gesunden Menschen sind insbesondere die Wände der Aorta und der Arterien elastisch und sorgen für den so genannten „Windkesseleffekt“: Wenn das Herz sich zusammenzieht, dehnen sie sich aus und können so mehr Blut aufnehmen. Durch das folgende Zusammenziehen wird das Blut weitertransportiert. So helfen die Arterien, aus dem stoßweisen Pumpen des Herzens einen kontinuierlichen Blutstrom zu erzeugen.

Mit dem Alter nimmt die Elastizität der Arterien jedoch ab, dadurch muss das Herz schwerer arbeiten, um die gleiche Blutmenge zu transportieren. Zusätzlich können Fett- und Kalkablagerungen die Gefäße versteifen und den Durchmesser verringern – eine Arteriosklerose bildet sich aus. Sie entsteht, wenn die innerste Gewebsschicht der Adern verletzt wird, etwa durch überhöhten Druck, Keime oder Entzündungen. Dann verdicken sich die Wände durch die Einlagerung von Bindegewebe, Blutgerinnseln, Fett und Kalk. Werden diese so genannten Plaques zu dick, können sie den Blutfluss beeinträchtigen und sogar zu kompletten Gefäßverschlüssen führen – ein Herzinfarkt oder Schlaganfall kann die Folge sein.

Mehr bewegen, nicht rauchen

Für die Entstehung einer Arteriosklerose gibt es verschiedene Risikofaktoren. Einige lassen sich nicht beeinflussen, wie Alter, männliches Geschlecht und Veranlagung. Andere haben wir zumindest teilweise selbst in der Hand: Bewegungsmangel, Übergewicht, erhöhte Blutfett- und Blutzuckerwerte, Rauchen und Stress. Wer Herz und Gefäße möglichst lange fit halten möchte, sollte hier ansetzen.

Bewegung steht dabei weit oben auf der Liste, denn regelmäßige körperliche Aktivität trainiert die Herzmuskulatur, senkt Blutdruck-, Fett- und Zuckerwerte, baut Stress ab und hilft auch gegen Übergewicht. Die Deutsche Herzstiftung rät, vier- bis fünfmal die Woche 30 bis 45 Minuten aktiv zu werden. Aber auch kleinere Bewegungseinheiten tun schon gut – zum Beispiel zweimal täglich zehn Minuten zügiges Gehen oder Radfahren.

Genauso wichtig wie Aktivität ist eine bewusste Ernährung, die den Körper mit herzgesunden Nährstoffen versorgt und dabei gleichzeitig nicht zu viele Kalorien liefert. Denn (starkes) Übergewicht ist ein natürlicher Feind von Herz und Gefäßen, da es schädigende Faktoren wie einen erhöhten Cholesterinspiegel, Diabetes und Bluthochdruck begünstigt. Als leckere und gleichzeitig herzgesunde Kost gilt die so genannte Mittelmeerküche: viel Fisch und pflanzliche Öle, wenig Fleisch und tierisches Fett, dazu reichlich Gemüse, Obst, Salat und Kräuter.

Ein Gläschen Rotwein am Abend darf auch dazu gehören und kann dem Herz-Kreislaufsystem sogar gut tun. Mehr Alkohol sollte es aber nicht sein, da dann die schädigenden Wirkungen in den Vordergrund treten. Auf das Rauchen sollte man unbedingt ganz verzichten. Denn Nikotin fördert die Verengung der Gefäße, erhöht die Thrombosegefahr und greift die Gefäßinnenwände an. Statt einer Zigarettenpause sollte man sich also lieber eine Entspannungspause gönnen – vielleicht mit einer kurzen Meditation oder ein paar Yoga-Übungen. Denn Stressabbau entspannt die Gefäße, entlastet das Herz und fördert so die Gesundheit.