Gut versorgt mit Zink

Der Herbst mit seinen kalten Winden und Regenschauern macht uns wieder einmal klar, wie wichtig ein gut funktionierendes Immunsystem ist. Das Spurenelement Zink trägt wesentlich dazu bei, dass die Abwehr ihre Aufgaben erfüllen kann. Doch nicht nur vor Erkältungen schützt Zink. Es ist ebenso wichtig für den Stoffwechsel, für die Wundheilung sowie für Haut und Haar.

Zu Beginn der kalten Jahreszeit hat das Immunsystem wieder einmal Höchstleistungen zu vollbringen. Die Immunzellen, die sich auf das Erkennen und Ausschalten von Erkältungsviren spezialisiert haben, müssen nun topfit sein. Dazu benötigen sie das Spurenelement Zink, denn es fördert die Reifung der Abwehrzellen. Wird es innerhalb von 24 Stunden nach den ersten Symptomen eingenommen, kann es häufig die Dauer und Schwere von Erkältungen verringern. Allerdings nicht nur für die Funktionstüchtigkeit des Immunsystems ist Zink von Bedeutung. Als Bestandteil vieler Enzyme erfüllt es im Körper eine Reihe verschiedener Funktionen.

Multitalent Zink

An der Bildung von über 200 Enzymen ist Zink beteiligt. Enzyme sind chemische Katalysatoren, die Stoffwechselprozesse beschleunigen oder überhaupt erst ermöglichen. So spielt Zink eine zentrale Rolle bei der Zellteilung und ist beteiligt am Aufbau der Erbsubstanz. Auch für den Zucker-, Eiweiß- und Fettstoffwechsel ist es unverzichtbar. Als Bestandteil des Enzyms Carboanhydrase ist es notwendig zur Regulierung des Säure-Basen-Haushalts. Und nicht zuletzt das Hormonsystem profitiert von Zink, da es an der Bildung der Geschlechtshormone, der Schilddrüsenhormone, des Wachstumshormons, des Insulins und der Prostaglandine mitwirkt. Letztere gehören zur Gruppe der Gewebshormone und beeinflussen unter anderem Entzündungsprozesse.

Da Zink bei so vielen unterschiedlichen Prozessen eine zentrale Rolle spielt, hat ein Zinkmangel entsprechend verschiedenartige Auswirkungen, die zunächst gar keinen Zusammenhang erkennen lassen. Treten Störungen bei der Wundheilung auf, z. B. bei Kratzern und leichten Verletzungen, könnte ein Zinkmangel dafür verantwortlich sein, denn das Spurenelement unterstützt die Neubildung von Eiweißen, die das zerstörte Gewebe ersetzen und damit die Wunde schließen. Doch ebenso können Haarausfall oder ein trockenes, rissiges Hautbild auf eine mangelhafte Zinkversorgung hindeuten, da die Bildung der Aufbaustoffe Keratin und Kollagen nicht ohne Zink vonstattengeht. Zu wenig Zink steht auch in Zusammenhang mit Entzündungen, z.B. der Haut oder Magen-Darm-Schleimhaut, mit häufigen Infekten, Appetitlosigkeit oder Müdigkeit und Abgeschlagenheit. Vor allem Diabetiker müssen auf eine ausreichende Zinkversorgung achten, da sie über den Urin viel Zink verlieren.

Gute Zinklieferanten

Der Körper kann Zink nicht selbst bilden und auch nicht dauerhaft speichern, daher muss es täglich mit der Nahrung aufgenommen werden. Zink ist in vielen Nahrungsmitteln enthalten, allerdings in sehr unterschiedlicher Menge. Gute Zinklieferanten sind vor allem Fleisch (Leber), Fisch, Eier, Meeresfrüchte (vor allem Austern) und Käse. Auch Hülsenfrüchte, Mais, Vollkorngetreide, Nüsse und Haferflocken enthalten Zink in nennenswerter Menge, allerdings nimmt der Körper das Zink aus tierischen Quellen leichter auf als aus pflanzlichen. Ein Hindernis für die Aufnahme von Zink aus pflanzlichen Quellen und Getreide stellt die in ihnen enthaltene Phytinsäure dar, die mit Zink unlösliche Verbindungen eingeht. Vegetarier und Veganer haben es daher schwerer, sich ausreichend mit Zink zu versorgen.

Doch wie viel Zink benötigt man pro Tag? Hier gibt es unterschiedliche Angaben. Die Weltgesundheitsorganisation empfiehlt für erwachsene Männer 15 mg, für Frauen 12 mg. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung erachtet hingegen 10 mg für Männer und 7 mg für Frauen als ausreichend, da nach neueren Erkenntnissen der Körper weniger Zink aufnimmt als lange angenommen. Der Zinkstatus ist jedoch schwer zu bemessen, da der Körper Möglichkeiten besitzt, die Zinkbilanz selbst zu steuern. Wird mehr Zink benötigt, dann nimmt er das Spurenelement in größeren Mengen aus der Nahrung auf, außerdem wird die Ausscheidung über den Urin und den Stuhl gebremst.

Wird jedoch zu wenig Zink zugeführt, können selbst die Ausgleichsmaßnahmen des Körpers auf Dauer nicht mehr viel ausrichten. Zinkmangel ist in Deutschland weit verbreitet. So sind Vegetarier und Veganer ebenso gefährdet wie ältere Menschen, die häufig an Appetitlosigkeit leiden, oder Diabetiker sowie Sportler, die zu viel Zink über Urin oder Schweiß ausscheiden. Einen höheren Bedarf haben Schwangere und Stillende. Zink-Präparate können den Bedarf decken, zu achten ist allerdings auf die Bioverfügbarkeit der Verbindungen. Als gut verwertbar gelten Zinksulfat, Zinkaspartat, Zinkorotat sowie Kombinationen mit der Aminosäure Histidin. Zink wird besser vom Körper verwertet, wenn es auf nüchternen Magen und mit mindestens 30 Minuten Abstand zur Mahlzeit eingenommen wird. Als bester Zeitpunkt gilt abends vor dem Schlafengehen.

Tipp: Was Zink bewirkt

• Stärkung des Immunsystems und Schutz vor Infekten, Verkürzung der Erkrankungsdauer
• Antioxidans und Radikalenfänger: Fördert die gesunde Zellteilung und bremst die Zellalterung
• Sorgt für gesunde Haut, Haare und Nägel
• Belebt den Stoffwechsel und die Verwertung der Nährstoffe
• Verbessert die Wundheilung
• Unterstützt den Säure-Basen-Haushalt und die Entgiftung des Körpers
• Bremst Entzündungen
• Fördert Wachstum, Entwicklung und Fruchtbarkeit
• Stärkt das Hormonsystem
• Helfer für den Zuckerstoffwechsel und deshalb wichtig für Diabetiker