Fitte Beine, schöne Füße

Beine und Füße sollen nicht nur gut und gepflegt aussehen, sondern möglichst auch keine Beschwerden bereiten. Mit der richtigen Zuwendung gelingt es.

Unsere Beine und Füße müssen jeden Tag harte Arbeit leisten: Sie tragen das Körpergewicht, halten uns in der Balance und sorgen für Beweglichkeit.  Im Laufe unseres Lebens tragen sie uns durchschnittlich 160.000 Kilometer weit. Dabei sind unsere Treterchen ein hochkompliziertes Gebilde aus 20 Knochen, 33 Gelenken, 20 Muskeln und mehr als 100 Bändern. Zugleich befinden sich an den Füßen mehr Sinneszellen als im Gesicht, Tausende Nervenenden und Sensoren an den Sohlen melden dem Gehirn jede Unebenheit und jedes Steinchen am Boden. Sie machen jedoch auch das Barfußgehen über weiches Gras oder eine Fußmassage zu einem wunderbar sinnlichen Erlebnis.

Die Beine wiederum gelten seit jeher als eines der schönsten Attribute einer Frau. Sind sie lang, schlank und wohlgeformt, ziehen sie die Blicke auf sich – leider aber ebenso, wenn sich unschöne Dellen, erweiterte Äderchen, Krampfadern und geschwollenen Knöchel zeigen. Umso wichtiger ist es gerade in der Sommersaison, dem viel zitierten „Fahrgestell“ besondere Aufmerksamkeit zu widmen. Das beginnt schon mit der richtigen Fitness. Denn nur trainierte Beine sehen auf lange Sicht gut aus, schließlich bestehen sie ebenfalls aus einem komplexen Gerüst aus Knochen, Muskeln, Sehnen, Blutgefäßen und Bindegewebe, das in Form gehalten werden sollte.

Trainierte Beine sind schöne Beine

Darum ist Bewegung ein entscheidender Faktor. Gerade im Sommer fällt das besonders leicht, denn bei gutem Wetter lassen sich viele Dinge schon im Alltag mit dem Fahrrad oder zu Fuß erledigen. Zusätzlich bringen Sportarten wie Schwimmen, Walken oder Aquajogging die Beine auf Vordermann. Das hat gleich mehrere Vorteile. So ist aktives Training die beste Waffe gegen einen der ärgsten Feinde schöner Beine: Cellulite. Die ungeliebte Orangenhaut entsteht durch schlaffes Bindegewebe und vergrößerte Fettzellen. Sport kann hier straffend wirken und lässt überflüssige Pölsterchen schmelzen. Zusätzlich sind Bürstungen, Zupfmassagen und Lotionen beispielsweise mit Koffein hilfreich gegen Cellulite, da sie die Durchblutung fördern.

Aber regelmäßige Bewegung ist ebenso wichtig bei schwachen Venen. Diese bereiten gerade im Sommer oft Probleme, da Sonne und Hitze die Gefäße erweitern – was ihre ohnehin schon schwere Arbeit behindert. Denn die Venen müssen täglich rund 4.500 Liter Blut gegen die Schwerkraft zurück zum Herzen transportieren. Dafür sollten Venenwände, Venenklappen und Wadenmuskeln optimal zusammenarbeiten, sonst kann es zu Venenstau, Krampfaderbildung, schweren und geschwollenen Beinen kommen. Besonders gefährdet sind Menschen in Stehberufen und solche, die viel und lange sitzen. Jede Bewegung, aber auch Schwimmen, Gymnastik, Treppenlaufen unterstützen die Muskel-Venen-Pumpe bei ihrer Aufgabe. Zusätzlich ist es ratsam, die Beine möglichst oft hochzulegen, um sie zu entlasten, und viel zu trinken, damit das Blut dünner wird und besser fließt. Tägliche Wechselduschen am Morgen oder Abend regen ebenfalls die Venentätigkeit an.

Für ein glattes Hautgefühl

Über das Fitnessprogramm hinaus lässt sich auch äußerlich einiges für schöne Beine tun. Ganz oben auf der Liste steht hier die Haarentfernung, denn sichtbarer „Pelz“ und nachwachsende Stoppeln machen nun einmal keinen attraktiven Eindruck. Ganz nebenbei erledigt sich das Problem mit dem Nassrasierer unter der Dusche, es muss dann allerdings spätestens alle zwei Tage nachgearbeitet werden. Für ein länger glattes Hautgefühl sorgen hingegen Wachsstreifen, Sugaring oder elektrische Epiliergeräte, die die Haare ruckzuck samt Wurzel entfernen – das ist allerdings nichts für schmerzempfindliche Menschen. Beim Profi gibt es außerdem Möglichkeiten zur dauerhaften Haarentfernung beispielsweise per Intense Pulse Light (IPL) oder Laser.

Wer unter Unebenheiten oder rauen Stellen an den Knien, Oberschenkeln und Schienbeinen leidet, kann dem mit einem wöchentlichen Körperpeeling beikommen, das abgestorbene Hautschüppchen wegrubbelt. Anschließend ist eine pflegende, aber leichte Lotion ideal für den Sommer. Wenn sie noch kühlende Zusätze – etwa aus Minze, Latschenkiefer oder Eukalyptus – enthält, kommt noch ein verwöhnender Wohlfühleffekt hinzu. Nicht selten beeinträchtigen außerdem geplatzte, erweiterte Äderchen, sogenannte Besenreiser, das Erscheinungsbild. Auf Dauer hilft hier nur das Veröden oder Lasern durch einen Facharzt. Kurzfristig kann man das blaurote Adergeflecht mit einem dickpastigen Camouflage-Make-up abdecken und kaschieren.

Apropos kaschieren: Auch Sonnenbräune lässt blaue Flecken oder Äderchen optisch zurücktreten und die Beine darüber hinaus schlanker wirken. Möchte man dafür nicht ausgedehnte Sonnenbäder nehmen, ist Selbstbräuner das hautschonende Mittel der Wahl. Moderne Produkte lassen sich inzwischen ganz unkompliziert aufsprühen und riechen auch nicht mehr so unangenehm wie früher.

Weg mit Hornhaut und Co.

Mindestens ebenso viel Aufmerksamkeit wie den Beinen sollten wir allerdings auch den Füßen widmen. Schließlich sind sie bei Aufenthalten am Strand, Schwimmbad oder Badesee und in luftigen Sandalen oder Flipflops in den nächsten Wochen besonders stark im Blickpunkt. Bei sehr dicker Hornschicht mit schmerzhaften Rissen (Schrunden) sollte ein ausgebildeter Fußpfleger die Hornhaut fachgerecht abtragen. Ist das Problem jedoch nicht so extrem ausgeprägt, kann jeder es selbst in den Griff bekommen. Am Anfang steht ein warmes, etwa zehnminütiges Fußbad – die Zugabe von Koch- oder Meersalz wirkt zusätzlich feuchtigkeitsspendend, reinigend und keimtötend. Danach lässt sich die Hornhaut mit einem Bimsstein, einer Raspel oder Feile leicht abrubbeln. Dabei sollte man nicht zu energisch vorgehen, um Verletzungen zu vermeiden, sondern lieber die Prozedur alle paar Tage wiederholen. Im Anschluss gehört zum Pflegeprogramm auf jeden Fall eine feuchtigkeitsspendende Fußcreme, die Wirkstoffe wie Urea, hautverwandte Lipide und Pflanzenextrakte etwa aus Lavendel oder Rosmarin enthält.

Vorsicht ist geboten bei typischen und häufig auftretenden Fußbeschwerden. Hühneraugen – punktuelle überschießende Verhornungen – können unangenehme Schmerzen verursachen. Harnstoffhaltige Salben oder Pflaster mit Salicylsäure verschaffen hier Linderung. Kehrt das Problem immer wieder zurück, sollte sich ein Podologe der Sache annehmen. Das Gleiche gilt für eingewachsene Nägel, die meist durch falsches Schneiden (immer gerade!) oder zu enge Schuhe verursacht werden. Manchmal helfen schon Fußbäder mit Kamille oder eine desinfizierende Lösung zum Aufpinseln. Fängt der Zeh allerdings an zu pochen, ist die Hilfe eines Arztes gefragt, weil es sich um eine ernste bakterielle Infektion handeln könnte.

Vor Fuß- und Nagelpilz schützen

Weit verbreitet sind außerdem Fuß- und Nagelpilz. Zur Vorbeugung sollte man in Schwimmbädern und Sportstudios immer Gummilatschen anziehen, die Füße auch zwischen den Zehen stets gut abtrocknen und geschlossene Schuhe nach dem Tragen grundsätzlich 24 Stunden gründlich auslüften lassen. Hat man sich dennoch infiziert und es treten Rötungen, Juckreiz und verfärbte Nägel auf, können häufig freiverkäufliche Cremes oder Lacke gut helfen.

Um Füßen und Beinen insgesamt etwas Gutes zu tun, ist auch das richtige Schuhwerk ein entscheidender Punkt: Natürlich sind ab und zu auch mal elegante Stöckelschuhe erlaubt – auf Dauer aber schädigen sie Knochen, Bänder und Sehnen erheblich. Glücklicherweise liegen bequeme Sneakers voll im Trend und selbst Gesundheitslatschen mit ausgeformtem Fußbett sind mittlerweile in topmodischen Ausführungen zu haben. Und zwischendurch ist es die beste Wellnesskur, so oft wie möglich barfuß zu gehen!