Erkrankungen der Atemwege — Grippaler Infekt

Man fühlt sich schlapp und krank, hat Schnupfen und Halsschmerzen, ist heiser und hustet, Kopf- und Gliederschmerzen sind keine Seltenheit. Erkältungskrankheiten stellen für die Betroffenen eine massive Einschränkung der Leistungsfähigkeit dar. Ein Großteil der grippalen Erkrankungen geht zulasten von Viren, gegen die Antibiotika nichts ausrichten können. Erst eine sich anschließende bakterielle Infektion kann damit behandelt werden. Oft beginnen fieberhafte Infekte mit Hals-schmerzen und Schluckbeschwerden, die mit pflanzlichen Arzneistoffen, wie beispielsweise in Sprays, Gurgellösungen oder Lutschtabletten, rasche
Linderung finden. Um die heilende Wirkung von Lutschtabletten auch nachts nutzen zu können, sollte man vor dem Schlafengehen eine (zuckerfreie!) Lutschtablette in die Backentasche stecken. Der Wirkstoff wird dann über Nacht langsam in den hinteren Rachenbereich gespült.

Schnupfen ist eines der weiteren charakteristischen Kennzeichen einer Erkältung – die Nase läuft, erst flüssig und klar, schließlich schleimiger und damit „produktiv“, d.h. die Krankheitserreger werden ausgeschieden. Abschwellende Nasensprays sind nur bei Fließschnupfen sinnvoll, sie sollten bei einem produktiven Schnupfen nicht mehr benutzt werden. Besser sind Kochsalzoder Meerwasserlösungen sowie Nasensprays mit ätherischen Ölen. Letztere verflüssigen und fördern die Sekretbildung und erleichtern damit den Abtransport der Krankheitserreger. Wenn die Erkältungsviren den Weg in die Bronchialschleimhaut gefunden haben, entwickelt sich aufgrund einer bakteriellen Folgeinfektion meist eine akute Bronchitis, die sich durch Husten bemerkbar macht. Ein Zeichen für einen bakteriellen Infekt ist eine gelbliche bis grünliche Verfärbung des abgehusteten Schleims. Die Schleimproduktion ist zuerst nur geringfügig, ein so genannter (unproduktiver) Reizhusten, der nachts mit einem Hustenstiller zur Ruhe gebracht wird. Tagsüber sollte der Husten und der Schleimauswurf durch einen Hustenlöser gefördert werden.

! Tipp: Trockene, verrauchte Luft bei Husten auf jeden Fall vermeiden.
Um den Schleim flüssig zu halten und um ihn leichter abhusten zu können, ist es nötig, viel zu trinken.

Die in folgender Tabelle aufgeführten Arzneimittelbeispiele stellen nur eine kleine Auswahl dar und können beliebig ergänzt werden.

Phytotherapie bei Erkrankungen der Atemweg
Anis
• Förderung der Schleimlösung bei Katarrhen der Atemwege
• Enthalten z. B. in Form von Anisöl/Anisfrüchten in Cefabronchin, Makatussin

Eibischwurzel/-blätter
• Blätter: Reizlinderung bei Schleimhautentzündungen im Mundund
Rachenraum, Milderung eines Hustenreizes bei Bronchialkatarrh;
Wurzel: Reizlinderung bei Schleimhautentzündungen im Mund- und Rachenraum und der oberen Luftwege
• Enthalten z. B. in Phytohustil, Imupret N

Efeublätter
• Sind als Tee ungeeignet; Extrakte daraus sind sehr empfehlenswert bei Krampfhusten
• Enthalten z. B. in Prospan, Hedelix

Eukalyptus
• Erkältungskrankheiten der Luftwege
• Enthalten z. B. in Soledum, Aspecton Eukaps, Exeu

Holunderblüten
• Schweißtreibendes Mittel bei der Behandlung von fieberhaften Erkältungskrankheiten
• Enthalten z. B. in Teemischungen oder einzeln

Isländisches Moos
• Reizlinderung bei Katarrhen der oberen Luftwege
• Enthalten z. B. in Isla Moos, Cefabronchin

Kamillenblüten
• Äußerliche Anwendung: Inhalationen bei entzündlichen
Erkrankungen und Reizzuständen der Luftwege
• Enthalten z. B. in Kamillosan

Malvenblätter/-blüten
• Reizlinderung bei Schleimhautentzündungen im Mund- und Rachenraum, Katarrhe der oberen Luftwege
• Enthalten z. B. in Teemischungen oder einzeln

Pfefferminzöl
• Innerliche und äußerliche Anwendung: Katarrhe der oberen Luftwege
• Enthalten z. B. in JHP Rödler, China-Oel, Bronchoforton

Salbei
• Entzündungen von Mund- und Rachenschleimhaut
• Enthalten z. B. in Salbeipastillen, Salviathymol N

Schlüsselblumen-/Primelblüten
• Als unterstützende Maßnahme zur Förderung der Schleimsekretion und zur Reizlinderung bei Katarrhen der oberen Luftwege
• Enthalten z. B. in Ipalat, Sinupret, Melrosum, Bronchicum Elixir

Spitzwegerichkraut
• Reizlinderung bei Katarrhen der oberen Luftwege; Entzündungen der Mund- und Rachenschleimhaut
• Enthalten z. B. in Broncho-Sern, Plantago Wala, Ceres Plantago

Thymian
• Bei Anzeichen von Bronchitis, bei Katarrhen der oberen Luftwege
• Enthalten z. B. in Hustagil, Soledum, Bronchipret;
Hustenlöser: Bronchicum, Aspecton; Hustenstiller: Bronchiselect

Um in den kalten Monaten gegen Erkältungskrankheiten besser
gewappnet zu sein, empfiehlt es sich, das Immunsystem rechtzeitig zu stärken. Neben ausgewogener Ernährung und Saunagängen sind auch pflanzliche Immunstimulanzien ratsam.

Echinacea (Sonnenhut)
• Immunstärkung und -anregung
• Enthalten z. B. in Echinacin, Echinacin Capsetten, Resistan mono, aar vir, Esberitox

Multivitamin-Präparate speziell für die Immunstärkung sind beispielsweise Aspecton immun, Orthomol immun, Ortho expert immun boost. Auch Vitamin C stärkt das Immunsystem: Entweder in Form von Zitrone als Heißgetränk oder als Tablette, beispielsweise in Cetebe Abwehr plus oder Biolectra immun.

Homöopathie bei Erkrankungen der Atemwege
Um das passende Präparat zu finden, ist der Rat eines kundigen Apothekers oder Therapeuten sinnvoll.

Aconitum, Eupatorium perfoliatum
• Fiebriger Verlauf
Allium cepa, Nux vomica
• Schnupfen
Antimonium tataricum, Phosphorus
• Husten und Bronchitis
Apis, Hepar sulfuris
• Halsschmerzen

Schüssler Salze bei Erkrankungen der Atemwege
Nr. 3 Ferrum phosphoricum (D 12)
• Immunsystem
Nr. 5 Kalium phosphoricum (D 6)
• Erschöpfung
Nr. 10 Natrium sulfuricum (D 6)
• Erkältung
Nr. 17 Manganum sulfuricum (D 12)
• Stoffwechsel
Nr. 22 Calcium carbonicum (D 12)
• Lymphsystem

Spagyrik bei Erkrankungen der Atemwege
Solunat Nr. 3 Azinat
• stärkt das Immunsystem
• wirkt entzündungshemmend
Solunat Nr. 15 Pulmonik
• entschleimend; reguliert das Atmungssystem
Solunat Nr. 16 Renalin
• bei trockenem Husten