Erkältungskrankheiten – Was sollten Senioren beachten?

Im Falle einer Erkältungskrankheit sind in der Selbstmedikation pflanzliche Arzneimittel zu bevorzugen. Unser Tipp: Konsultieren Sie bei sehr schmerzhaftem, trockenem Husten vorsichtshalber Ihren Hausarzt oder lassen ihn zu sich kommen, denn die Gefahr einer Lungenentzündung ist beim alten Menschen nie auszuschließen. Hier ist Vorsicht geboten! Generell sollten bei Senioren Antibiotika nur bei schweren Infekten gegeben werden, da ihre Darmflora wesentlich länger zur Neubesiedelung braucht. Immer eher an Pflanzenheilmittel denken, die nicht nur die jeweiligen Symptome lindern, sondern auch das Immunsystem stärken. Lassen Sie sich von Ihrem Arzt beraten, aber hören Sie auch auf Ihr Körpergefühl!

Wichtig: Erkältungen im Alter sanft, aber konsequent behandeln, das heißt, die verordneten Tabletten, Tropfen oder Säfte müssen auch nach Therapieplan eingenommen werden!

Erkrankungen der Atmungsorgane – chronisch oder akut?
Husten ist ein sehr häufiges Symptom bei Erkältungskrankheiten. Er ist ein natürlicher Reflex des Organismus, um die verästelten Luftwege zu reinigen, auf deren Schleimhäuten Bakterien und Staubteilchen „eingefangen“ sind. Wenn kein Schleim produziert wird oder der Schleim zu zähflüssig ist, entsteht ein starker, unproduktiver Hustenreiz. Als erste Maßnahme können Hustenbonbons, zum Beispiel von Wick, Em-Eukal oder Bronchipret, gelutscht werden. Sie enthalten pflanzliche Wirkstoffe, die den Reiz lindern und das entstehende Sekret verflüssigen.

Entzündungen der Schleimhäute in den oberen (Kehlkopf, Luftröhre) oder den unteren Atemwegen (Bronchien, Lunge) werden als Bronchitis bezeichnet. Sie entstehen durch Infektionen oder sind allergischen Ursprungs und immer von Husten begleitet. Eine schwere Bronchitis bedarf der ärztlichen Diagnose und Therapie.

Die Behandlung richtet sich nach der Art des Hustens. Völliges Unterdrücken mit so genannten „Hustenblockern“ ist nur sinnvoll, wenn es sich um einen starken, schmerzhaften und trockenen Hustenreiz handelt. Hustenblocker wie Codein oder Noscapin unterdrücken den Hustenreiz völlig, sind allerdings auch verschreibungspflichtig. Als rezeptfreie Alternativen kommen so genannte Hustenstiller in Frage. Hustenlöser dagegen verflüssigen den Schleim und erleichtern das Abhusten. Als Faustregel gilt: „Hustenstiller“ oder -blocker abends, „Hustenlöser“ morgens.

Die größte Gruppe der Hustenmittel stammt aus dem Reich der Heilpflanzen. Man kann zwischen „Schleimlösern“ und den Hustenvorgang beruhigenden und heilenden Präparaten unterscheiden. Manche wirken sogar desinfizierend, so dass sich bei leichteren Infektionen die Anwendung von Antibiotika eventuell erübrigt, wie z. B. mit Umckaloabo, einem rein pflanzlichen Mittel, das nicht nur positiv auf die Bronchialschleimhaut wirkt, sondern heilungsfördernd auf den gesamten Organismus. Zu den so genannten „pflanzlichen Antibiotika“ zählt auch Angocin, ein Kombinationspräparat aus Senfölen der Kapuzinerkresse und Meerrettich, das gerade bei Atemwegsinfekten eine starke Aktivität gegen Krankheitserreger zeigt.

Bei Erkältungskrankheiten ist es generell wichtig, dass der Körper über genügend Flüssigkeit verfügt, damit er unter anderem Schleim verflüssigen und damit besser abhusten kann. Bei einer Erkältung mit Fieber wird viel intensiver geatmet und dabei mehr Wasser mit der Atemluft ausgeschieden als üblich. Alte Menschen müssen bei Fieber vorsichtig sein, Temperaturen über 39 °C können dem Herz-Kreislauf-System schaden! Auch Schwitzen bedeutet Wasserverlust. Hustenblocker wie Paracodin lähmen nicht nur die Muskulatur der Bronchien, sondern
auch des Darms, und „trocknen aus“. Deshalb muss viel Wert auf eine erhöhte Trinkmenge gelegt werden. Die Flüssigkeitszufuhr beschränkt sich nicht nur auf Wasser. Das Trinken von „Hustentee“, zusätzlich zur ärztlichen Therapie, ist immer richtig. Husten- oder Bronchialtee sollte möglichst heiß geschlürft werden, denn dabei werden die ätherischen Öle des Tees inhaliert und gelangen unmittelbar in die Bronchien.

Nachfolgend sind die Arzneipflanzen gegen Erkältungskrankheiten beschrieben, die heute wissenschaftlich anerkannt sind. Sie stehen einzeln sowie in Mischpräparaten als Saft, Tropfen, Tablette oder Dragee oder als „Husten- und Bronchialtee“ in Apotheken zur Verfügung.

Hustenreizdämpfende Fertigarzneimittel (Auswahl)
• Monapax Saft/Tropfen
• Bronchiselect Tropfen
Hustenreizlindernde Wirkung (Auswahl)
• Isla Moos Pastillen
• Broncho-Sern
• Phytohustil Hustenreizstiller
• Huflattichsaft Schoenenberger

Efeublätter sind als Tee ungeeignet, Extrakte daraus als Saft, Tropfen oder Tablette sind sehr empfehlenswert bei Krampfhusten, wie beispielsweise Keuchhusten.
Fertigarzneimittel (Auswahl)
• Prospan Hustentropfen
• Hedelix s. a. Tropfen ohne Alkohol
• Efeu Saft hysan

Primelwurzeln sind ein wichtiger Bestandteil in vielen Teemischungen und Fertigarzneimitteln.
Fertigarzneimittel (Auswahl)
• Phytobronchin Saft
• Bronchicum Elixir, Saft

Süßholzwurzeln wirken stark entzündungswidrig; sie sind ein wichtiger Bestandteil von Bronchialtees.
Chemische Hustenstiller (Auswahl)
• Sedotussin Hustenstiller Saft/Tropfen
• Wick Hustensirup gegen Reizhusten
• Silomat Lutschtabletten oder Saft
Schleimlösende Fertigarzneimittel (Auswahl)
• Aspecton Hustensaft
• Soledum Hustensaft, -Hustentropfen
• Tussamag Hustensaft N
Kombinationspräparate mit Thymianextrakt als Hauptbestandteil (Auswahl)
• Bronchicum Tropfen
• Bronchipret Saft

Außer den bekannten pflanzlichen Arzneimitteln haben sich auch einige chemisch-synthetische Wirkstoffe als Schleimlöser durchgesetzt. Sie sind Pflanzeninhaltsstoffen „nachgebaut“ und ebenso wirksam. Wichtig ist, dass bei deren Einnahme viel getrunken wird!

Fertigarzneimittel (Auswahl)
1. aus Acetylcystein
• ACC (von diversen Firmen)
• NAC (von diversen Firmen)
2. aus Ambroxol
• Ambroxol (von diversen Firmen)
• Mucosolvan
3. aus Bromhexin
• Bisolvon
4. aus Guafenisin
• Wick Hustenlöser
• Fagusan Lösung

Bronchialtees, Hustentees
Mischungen von Drogen (so werden getrocknete Pflanzenteile genannt) werden traditionell als Tee angewendet. Ihre Zusammensetzung und Qualität können schwanken. Tee sollte immer frisch gekauft werden, da Drogen innerhalb eines Jahres „altern“, das heißt, sie verlieren einen erheblichen Teil ihrer ätherischen Öle und damit ihre medizinische Wirkung. Eine Alternative sind Instanttees. Dabei handelt es sich um Granulate, auf die das Extrakt der ausgewählten Heilpflanzen aufgesprüht wurde; sie sind gut zu lagern, lassen sich in heißem Wasser sofort lösen und sind rasch wirksam. Besonderer Hinweis für Figurbewusste: Diese Granulate bestehen meist aus Zucker oder Zuckeraustauschstoffen.

Fertigarzneimittel (Auswahl)
• Solubifix T Bronchialtee
• Husten- und Bronchial-Tee
• Reizhustentee Sidroga