Erkältung / Grippe

Symptome
Meist kündigt sie sich mit einem Kratzen im Hals an, dann läuft die Nase. Niesen, Husten, Kopfweh und Fieber können hinzukommen: Eine Erkältung ist ausgebrochen. Sie gehört zu den häufigsten Erkrankungen: Erwachsene erwischt es im Schnitt zwei bis vier Mal pro Jahr, bei Kindern sind zehn und mehr Erkältungen jährlich durchaus normal. Nach einer Woche, spätestens nach 14 Tagen, geht es den meisten Betroffenen wieder gut.

Oft werden Erkältungen auch als „grippaler Infekt“ oder „Grippe“ bezeichnet. Sie sind aber nicht mit einer echten Grippe (Influenza) zu verwechseln. Diese beginnt ganz plötzlich mit hohem Fieber, schwerem Krankheitsgefühl, starken Kopf- und Gliederschmerzen und Abgeschlagenheit. Trockener Husten, Appetitlosigkeit und eine verstopfte Nase sind ebenfalls typisch. Die Dauer ist deutlich länger als bei einer normalen Erkältung, die Influenza erfordert die ärztliche Behandlung.

Ursachen
Erkältungen werden ursächlich nicht durch Kälte, sondern durch rund 200 verschiedene Virentypen ausgelöst, eine bakterielle Infektion kann folgen. Die Ansteckung erfolgt durch Tröpfchen- oder Schmierinfektion. Kälte kann den Ausbruch eines Infekts aber begünstigen, da Frieren das Immunsystem schwächt und sich auch die Durchblutung der Schleimhäute in den Atemwegen verringern kann. Die echte Grippe wird im Gegensatz zur Erkältung nur durch Influenzaviren der Typen A, B und C verursacht.

Gesundheit aus Ihrer Apotheke
Gegen die Ursache von Erkältungen – die auslösenden Viren – helfen keine Medikamente. Allerdings lassen sich die bakterielle Infektion und damit auch die Symptome lindern und so das Befinden insgesamt verbessern. Schmerz- und Fiebermittel mit den Wirkstoffen Acetylsalicylsäure (nicht für Kinder und Jugendliche), Paracetamol und Ibuprofen lindern Kopf- und Gliederschmerzen und senken das Fieber. Diese Wirkstoffe sind auch Bestandteil verschiedener Komplexmittel, die gleich mehrere Erkältungssymptome auf einmal bekämpfen. Ätherische Öle können schleimlösend wirken und das Atmen erleichtern. Zum Einreiben und Inhalieren eignen sich beispielsweise Fichtennadel-, Kiefernnadel- und Eukalyptusöl sowie Menthol, Kampfer oder Pfefferminze. Ätherische Öle sind auch in Erkältungsbädern enthalten, die von vielen Betroffenen als angenehm empfunden werden, weil sie zusätzlich wohlige Entspannung bringen. Säuglinge und Kleinkinder sollten allerdings nur mit ätherischen Ölen, die kein Menthol enthalten, behandelt werden, gegen ein Kinder-Erkältungsbad ist auch nichts einzuwenden.

Erkältungstees sorgen nicht nur für eine gute Flüssigkeitszufuhr, sie können mit Inhaltsstoffen wie Linden- und Holunderblüten auch schweißtreibend und schleimlösend wirken. Weidenrinde und Mädesüßblüten enthalten zudem schmerzlindernde Substanzen. Gegen die einzelnen Symptome einer Erkältung wie Husten, Schnupfen, Halsschmerzen und Fieber gibt es weitere rezeptfreie Medikamente.

Wann ein Arztbesuch nötig ist
Mit einer Influenza muss man immer zum Arzt, bei einer Erkältung ist das meist überflüssig. Hohes Fieber, starke Ohren- oder Halsschmerzen, Atembeschwerden, Nebenhöhlenprobleme (Druckgefühle im Gesicht, Kopfweh) oder eine Krankheitsdauer von mehr als zwei Wochen sollten aber untersucht werden. Mit Babys und Kleinkindern lieber einmal zu viel als einmal zu wenig zum Kinderarzt gehen.

Das sollte man tun
Ausruhen! Am besten hilft man dem Körper, wenn man ihm Ruhe gönnt, um die Krankheit zu bekämpfen. Dazu sollte man viel trinken, um den Wasserverlust durch Schwitzen und Schnupfen wieder auszugleichen und um den Schleim flüssig zu halten. Mit einer Erkältung (nicht mit einer Influenza!) kann man auch warm angezogen an die frische Luft gehen. Eine kühle Temperatur im Schlafzimmer und ein feuchtes Raumklima (evtl. feuchte Handtücher aufhängen) tun ebenfalls gut.

Das sollte man besser lassen
Krank zur Arbeit zu gehen? Das ist keine gute Idee! Damit verschlimmert man nur den Krankheitsverlauf und steckt zusätzlich seine Kollegen an. Bitte keine sportliche Betätigung, das gilt bei einer fiebrigen Erkältung selbst für engagierte Sportler. Sonst kann es zu Komplikationen, z. B. einer gefährlichen Herzmuskelentzündung, kommen.