Erkältung der Harnwege

Außer grippalen Infekten der Atemwege können auch die Nieren und die ableitenden Harnwege von einer „Erkältung“ erfasst werden, hier liegt allerdings meistens eine bakterielle Infektion zugrunde. Sollte man sich unsicher sein, ob eine Blasenentzündung vorliegt oder nicht, kann ein Teststreifen aus der Apotheke Gewissheit verschaffen, beispielsweise Combur.

Die Beschwerden beginnen meist mit Brennen beim Urinlassen, gehen dann über in häufigen Harndrang, bis hin zu Krämpfen und Schmerzen sowie zu Harnverhalten. Eventuell kommt es auch zu Fieber und Druckschmerz im Rücken, im Bereich der Nieren. Eine rosarote Verfärbung des Urins deutet auf eine Nierenentzündung und erfordert unbedingt eine sofortige ärztliche Behandlung.

Auf jeden Fall muss eine Erkrankung der ableitenden Harnwege gründlich ausgeheilt werden, da sonst die Gefahr von Wiederholungserkrankungen
besteht. Das kann sich dann in einer so genannten „Reizblase“ äußern. Beim geringsten Anlass treten die bekannten, lästigen Beschwerden immer wieder auf. Frauen sind besonders gefährdet!

Grundsätzlich sind leichte Erkrankungen der Harnwege nach fachmännischem Rat aus der Apotheke ein typischer Bereich für die Selbstmedikation. Wenn nach spätestens drei Tagen jedoch keine Besserung eingetreten ist, muss ärztlicher Rat eingeholt und eventuell mit einem Antibiotikum behandelt werden. Grundsätzlich ist an erster Stelle zu raten: Viel trinken! Als Faustregel gilt, so viel Flüssigkeit aufzunehmen, dass in 24 Stunden mindestens 1,5 Liter Urin ausgeschieden werden,
folglich mindestens zwei bis 2,5 Liter. Dabei ist die erforderliche persönliche Trinkmenge abhängig von zahlreichen Faktoren: Trockene Luft in der Wohnung oder am Arbeitsplatz, körperliche Arbeit mit Schwitzen, Art und Menge der Nahrungsmittel und Getränke. Zu meiden sind vor allem kalte Getränke wie Bier und scharfe Alkoholika. Hingegen
sind Arzneitees empfehlenswert, bis zu einem Liter in 24 Stunden zusätzlich zur üblichen täglichen Trinkmenge! Sie wirken neben der gründlichen Spülung desinfizierend und heilend auf die erkrankten Organe.

Geeignete Teedrogen, die einzeln oder auch gemischt angewendet werden, sind unter anderem Goldrutenkraut, Ackerschachtelhalmkraut, Birkenblätter, indischer Blasen- und Nierentee sowie Hauhechelwurzel. Diese Teedrogen werden als Einzelmittel oder gemischt in Dragees, Kapseln oder in Form von Tee angewendet, wie beispielsweise Cystinol akut, Aqualibra, Arctuvan oder Harntee 400. Nach neuesten Studien sind Kombinationen von Cranberry mit Cystus und Zink durchaus sinnvoll und effektiv und auch für Kinder erhältlich.

Wenn Männer Beschwerden beim Harnlassen haben, so sollte ein Urologe feststellen, ob eine Vergrößerung der Prostata vorliegt oder eine Blasenentzündung. Männer erkranken eher selten an einer Blaseninfektion, allerdings können sich die Beschwerden von Patienten mit Prostataerkrankungen durch eine „Erkältung“ noch zusätzlich verschlimmern.