Erblindung oder Verlust des Gehörs

Oft erleidet der alternde Mensch den Verlust des Augenlichtes oder des Gehörs. Meist lassen sich beide Erkrankungen mit Lesehilfen oder
Hörgeräten bis zu einem gewissen Schweregrad ausgleichen, jedoch ist es für blinde, alte Menschen sehr schwer, alleine zu Recht zu kommen. Meist ist eine Makuladegeneration für die Erblindung verantwortlich. Da diese Erkrankung meist mit einem erhöhten Augeninnendruck einhergeht, müssen täglich Augentropfen benutzt werden – spezielle Augentropfen-Hilfen wie eine kleine Augenwanne (AutoDrop) können das erleichtern.
Die Wanne wird auf der Augentropfflasche fixiert, danach wird die Augenwanne über das Auge gestülpt und ein Tropfen in das jeweilige Auge getropft. Jetzt geht kein Tropfen mehr verloren. Das kann bei Patienten mit erhöhtem Augeninnendruck sehr wichtig sein, denn hier achtet der Arzt sehr genau auf den Verbrauch der verschriebenen Menge an Tropfflaschen. Auch gibt es kleine Plastikflügel, mit denen sich die Tropfflasche besser zusammendrücken lässt.

Im Alltag gibt es viele Hilfsmittel, die das Leben erleichtern. Allerdings ist es besonders für Ältere nicht so einfach, diese zu handhaben. Von besonderer Bedeutung sind: Uhren mit Zeitansage oder mit tastbarem Ziffernblatt, Personen- und Küchenwaagen, ebenfalls mit Sprachansage oder tastbarer Anzeige, Schablonen zum Erkennen von Geldscheinen oder Münzen, Brett- und Kartenspiele mit tastbaren Markierungen, Blindenschriftschreibmaschinen und -schreibschablonen, für Blinde gut bedienbare Aufnahme- und Abspielgeräte, Lupen, Fernrohre, Bildschirmlesegeräte und andere vergrößernde Sehhilfen, elektronische Lesesprechgeräte, die gedruckte Schrift automatisch erkennen und über eine synthetische Sprachansage vorlesen können. Wichtig ist, das Wohnumfeld des Erblindeten seinen Bedürfnissen anzupassen, Stufen und Stolperfallen (z. B. Teppiche) zu vermeiden, ebenso scharfe Tisch- und andere Möbelkanten. Die Mitbewohner sollten sich daran gewöhnen, alle zerbrechlichen Gegenstände, wie z. B. Geschirr und Gläser, nach Gebrauch immer gleich wegzuräumen.

Erblindet ein Familienmitglied, bekommt man vom Augenarzt oder in der Augenklinik Adressen von Hilfsorganisationen.

Eine der wichtigsten Adressen für ganz Deutschland ist das Deutsche Blinden-hilfswerk e.V., PF 110125, 47141 Duisburg, Telefon 02 03 / 35 53 77, Telefax 0203 / 37 62 39, E-Mail info@blindenhilfswerk.de.

Ohne Gehör ist die Einschränkung innerhalb des Hauses nicht ganz so schwer. Man kann seine Hausarbeit immer noch gut alleine bewältigen. Zum Fernsehen gibt es besondere Kopfhörer oder auch die Möglichkeit, mit Untertiteln zu schauen. Am Telefon wird die Vibrationsfunktion eingeschaltet und es wird stets am Körper getragen. Unfähig in Gesellschaft zuzuhören, besteht die große Gefahr, dass sich der Betroffene zurückzieht und vereinsamt. Daher sollte die Betreuungsperson darauf achten, dass so lange wie möglich die Hörgeräte auch getragen werden und dass der Betroffene immer wieder zu gesellschaftlichen Veranstaltungen, beispielsweise Familien- oder Seniorentreffen, geht. Außerhalb des Hauses sollte jedoch immer eine Betreuungs- oder Begleitperson zugegen sein.

Eine der wichtigsten Adressen in diesen Fällen ist der Deutsche Gehörlosen-Bund e.V., Am Zirkus 4, 10117 Berlin, Telefon 030 / 609 895 360, Telefax 030 / 609 895 363, E-Mail info@gehoerlosen-bund.de.