Ekzeme – Wenn die Haut aus der Haut fährt

Sie gehören zu den weltweit am weitesten verbreiteten Hauterkrankungen und können sich auf unterschiedliche Art zeigen. Fast immer jedoch werden Ekzeme von einem schier unerträglichen Juckreiz begleitet. Umso wichtiger ist, ihnen möglichst vorzubeugen und sie bei Auftreten konsequent zu behandeln.

Irgendwann trifft es fast alle: Mit einer Wahrscheinlichkeit von beinahe 100 Prozent erkrankt jeder Mensch zumindest einmal im Leben an einem Ekzem. Damit bezeichnet man im Allgemeinen entzündliche, nicht ansteckende Ausschläge, die sich in der obersten Hautschicht, der Epidermis, ausbreiten. Allerdings ist diese Bezeichnung in der Medizin nicht klar abgegrenzt, oft wird auch der Begriff Dermatitis verwendet. Bei einem Ekzem rötet sich die Haut, sie kann schuppen, nässen, Schwellungen, Bläschen, Krusten oder Knötchen bilden. Am schlimmsten ist meist das quälende Jucken, das zu dem Zwang führt, sich ständig zu kratzen. Dabei kann die Hauterkrankung an nahezu allen Körperstellen auftreten – vom Kopf über Hände, Arme oder Analbereich bis zu den Füßen.

Drei Grundtypen von Ekzemen

Die meisten Ekzeme lassen sich auf drei Grundtypen zurückführen: Das atopische Ekzem ist vor allem als chronische Neurodermitis geläufig, das toxische Kontaktekzem entsteht durch eine direkte äußere Schädigung der Haut durch bestimmte Stoffe. Und das allergische Kontaktekzem wird über eine übersteigerte Reaktion des Immunsystems auf ein Kontaktallergen ausgelöst. Es lassen sich also endogene (im Körper liegende) und exogene (außerhalb des Körpers liegende) Ursachen finden. Oft treffen aber auch beide zusammen – zum Beispiel beim atopischen Ekzem und beim allergischen Kontaktekzem, wo sowohl äußerliche als auch körperliche, immunologische Gründe eine Rolle spielen.

Die besonders häufig auftretenden Kontaktekzeme werden – wie ihr Name schon verrät – meist durch den Kontakt mit Substanzen ausgelöst, die die Hautbarriere schädigen. Das können Chemikalien sein wie Laugen, Säuren oder Seifen, außerdem Kosmetika, Gummi, Staub, Dämpfe, Medikamente, Nahrungsmittel, Pflanzen, Desinfektionsmittel, Textilien oder Metalle – viele kennen letzteres beispielsweise als Nickelallergie bei Modeschmuck. Auch physikalische Reize durch UV-Licht, Hitze oder Kälte können Hautreaktionen hervorrufen. Grund dafür ist meist, dass die Hautbarriere bereits gestört ist oder durch wiederholte Belastungen immer stärker angegriffen wird. Bei gesunder Haut schützt nämlich eine stabile Verbindung aus Hornzellen und Fett die Körperhülle vor schädigenden Fremdstoffen. Wird diese Hautbarriere etwa berufsbedingt durch Feuchtarbeit oder häufiges Händewaschen zerstört, können Reizstoffe leichter eindringen. Anfällig sind beispielsweise Friseure, Ärzte, Pflegepersonal, Reinigungskräfte und Metallarbeiter, aber auch sonst kann es quasi jeden treffen.

Kortison und Alternativen

Wenn die Symptome eines Ekzems erstmalig und akut auftreten, sollten Betroffene sofort zum Dermatologen gehen, damit die Ursachen abgeklärt werden. In den meisten Fällen verschreibt der Arzt dann erst einmal eine kortisonhaltige Salbe, um die Entzündung zu bekämpfen und den Juckreiz zu lindern. Bei allergischen Reaktionen werden auch Antihistaminika eingesetzt, entweder lokal oder zum Einnehmen. Kortison sollte allerdings möglichst nicht über einen längeren Zeitraum, sondern nur akut verwendet werden. Bei chronischen Ekzemen werden alternativ auch Salben mit Wirkstoffen wie Tacrolimus, Bufexamac oder Cardiospermum verordnet. Auch Zinksalben, Gerbstoffe, beispielsweise als Umschläge, oder Schieferöle haben sich bewährt – sie können bei Entzündungen helfen und den Juckreiz mindern.

Ist das Ekzem dann abgeheilt, ist zur weiteren Behandlung und zur Vorbeugung vor allem die richtige Pflege gefragt: Empfehlenswert sind Cremes mit Urea, Dexpanthenol oder mit Lipiden angereicherte Wasser-in-Öl- Emulsionen. Auf Duft- und Konservierungsstoffe wird am besten verzichtet, ebenso wie auf zu häufiges Duschen. Gut tun dagegen oft Bäder mit ölhaltigen Zusätzen. Und schließlich sollten alle reizauslösenden Substanzen soweit wie möglich gemieden werden.