Ein Herz aus Spinnenseide

Rund 1,8 Millionen Menschen leiden laut deutscher Herzstiftung e.V. in Deutschland unter einer Herzschwäche (Herzinsuffizienz). Ursache ist meist der Verlust von Herzmuskelzellen durch Herzerkrankungen, zum Beispiel einen Herzinfarkt. Zurzeit gibt es keine Therapie, die einen solchen Schaden an den Zellen umkehren kann. Einen vielversprechenden Weg haben Forscher der Universitäten Bayreuth und Erlangen-Nürnberg eingeschlagen. Sie entwickeln Herzmuskelgewebe aus Spinnenseide. Fibroine, bestimmte Proteine der Seide, verleihen ihr Struktur und eine hohe mechanische Festigkeit. Die Seide eignet sich daher als Gerüstmaterial, um Herzgewebe herzustellen. Im 3D-Drucker können mithilfe der künstlich nachgebildeten Seidenproteine gewebeähnliche Strukturen produziert werden, mit denen sich lebende Bindegewebs- und Blutgefäßzellen verknüpfen lassen.