Die Inhalationsallergien: Alles was eingeatmet wird

Pollenallergie

Unter Pollen versteht man den Blütenstaub der Pflanzen, der vom Wind über viele Kilometer verstreut werden kann. In den winzig kleinen Pollenkörnern befindet sich deren männliche Erbsubstanz. Die verschiedenen Pollenarten sind unter dem Mikroskop aufgrund ihres Aussehens deutlich zu unterscheiden und zu identifizieren. Die einzelnen Blüh-Perioden der Pflanzen bestimmen die Zeiten ihres vermehrten Auftretens. Deshalb ist die Kenntnis des Pollenflugkalenders für Betroffene so wichtig, damit gerade in den Zeiten der individuell allergieauslösenden Pollen entsprechende Vorsichtsmaßnahmen getroffen werden können.

Beim Pollen-bedingten Heuschnupfen spricht man auch von einer „outdoor“-Allergie. Für Allergiker bedeutungsvoll sind die Pollen der Gräser, Bäume, Blumen, Kräuter und des Getreides. Beim Heuschnupfen hat der Betroffene nur in der Flugzeit bestimmter Pollen zu leiden, wohingegen der Allergiker mit allergischem Dauerschnupfen das ganze Jahr unter seiner Allergie zu leiden hat. Bei ihm sind die auslösenden Allergene in seiner direkten Umgebung, sprich im Haus zu suchen („indoor“-Allergie).

Heuschnupfen

In herrlicher Frühlingsluft durch Wiesen und Wälder zu streifen, ist für Heuschnupfen-Patienten keine Erholung, sondern eine Tortur. Es ist nicht etwa das Heu, das die allergischen Symptome hervorruft, wie der Name fälschlicherweise vermitteln mag, sondern, wie bereits oben beschrieben, die Pollen. Im medizinischen Sprachgebrauch wird der Heuschnupfen auch Pollinosis genannt. Der Heuschnupfen ist die häufigste allergische Erkrankung in Deutschland. Er ist leicht zu erkennen an der juckenden Fließnase oder der verstopften Nase, verbunden mit Niesreiz und Niesanfällen. Oft treten diese Symptome zusammen mit juckenden, geröteten und entzündeten Augenbindehäuten auf. Manchmal ist die allergische Bindehautentzündung auch einziges Merkmal des Heuschnupfens. Die Heftigkeit der allergischen Krankheitszeichen kann sich beim Heuschnupfen von Jahr zu Jahr unterscheiden, je nach Wetterbedingungen in der Blütezeit. Pollenallergiker sollten den Pollenbericht in den Medien aufmerksam beachten und den Pollenflugkalender kennen.

Mit bestimmten Verhaltensregeln kann man die Symptome seiner Allergie gering halten und einer Verschlechterung vorbeugen. Von einer Verschlechterung spricht man, wenn sich der Heuschnupfen im Laufe der Jahre auf andere Pollenarten ausbreitet oder gar in ein allergisches Asthma übergeht. In der Regel bleiben aber die allergischen Symptome auf die Nasenschleimhäute und Augenbindehäute beschränkt. Gute Erfolgschancen auf Heilung haben „Heuschnupfler“ mit einer Hypo- oder Desensibilisierung-Therapie: Sie ist in rund 80 Prozent der Fälle erfolgreich.

Tipps, die es Ihnen erleichtern, mit Ihrer Allergie zu leben

  • Vormittags und bei Wind möglichst wenig ins Freie gehen
  • Draußen eine Sonnenbrille tragen
  • Wäsche nicht an der frischen Luft trocknen
  • Tagsüber getragene Kleidung nicht offen im Schlafzimmer liegen lassen
  • Durch abendliches Waschen der Haare werden festgesetzte Pollen entfernt
  • Immer bei geschlossenem Fenster schlafen, da der Pollenflug morgens zwischen fünf und acht Uhr am stärksten ist
  • Pollenfilter in die Lüftung des Autos einbauen, in Fahrzeugen immer mit geschlossenem Fenster fahren
  • Auf blühende Zimmerpflanzen, Schnitt- und Trockenblumen verzichten
  • Wohnung erst in den Abendstunden lüften
  • Den Rasen vor der Gräserblüte (bis Ende Juni) kurz halten – aber der Allergiker sollte nicht selber mähen
  • Alle Pflanzen, die Allergene liefern, aus dem Garten entfernen, besser Rosen, Farne und Moose pflanzen

Das Kreuz mit der Kreuzallergie

Ein Übel kommt selten allein. Gerade bei Pollenallergikern kann gleichzeitig eine Überempfindlichkeit gegen Substanzen bestehen, die biologisch oder chemisch verwandt sind. Das erklärt, warum viele Menschen, die auf Pollen allergisch sind, gleichzeitig auf bestimmte Inhaltsstoffe von Nahrungsmitteln mit Schwellung der Mundschleimhaut, Kratzen im Gaumen oder Juckreiz im Rachen reagieren. Wer beispielsweise auf Birkenpollen allergisch reagiert, kann oft keine Äpfel und Nüsse vertragen, keine Karotten und keinen Sellerie essen, muss Anis und Curry meiden. Denn diese Nahrungsmittel enthalten Substanzen, die den Birkenpollen in ihrer Struktur ähnlich sind.

Allergischer Dauerschnupfen

Beim allergischen Dauerschnupfen leiden die Patienten das ganze Jahr unter einer verstopften Nase, meist verbunden mit Niesanfällen und Fließschnupfen. Er wird am häufigsten durch Allergene der Hausstaubmilben und Hautschuppen (Tierepithelien) von Haustieren ausgelöst. Zusätzlich können aber auch Schimmelpilze, Nahrungsmittel oder Chemikalien einen allergischen Dauerschnupfen auslösen. Nicht zu vergessen sind Allergene, denen der Allergiker in Beruf und Freizeit regelmäßig ausgesetzt ist. Ebenso wie beim Heuschnupfen besteht bei dieser Allergieform die Gefahr, ein allergisches Asthma zu entwickeln. Deshalb ist es für „Dauerschnupfler“ besonders wichtig, das oder die auslösende(n) Allergen(e) zu kennen und soweit wie möglich zu meiden.

Allergisches Asthma

Die Auslöser für das allergische Asthma sind oft mit denen des Heuschnupfens identisch. Die Symptome treten anfallsweise auf und bestehen in einer Verengung der Atemwege. Grundlage dafür ist ein chronisch entzündetes, überempfindliches Bronchialsystem. Die Muskulatur der Bronchien zieht sich krampfartig zusammen und löst eine sofort einsetzende Atembeklemmung aus, die durchaus über Stunden andauern kann, auch in der Nacht und bei körperlicher Anstrengung. Die Schleimhäute der Bronchien schwellen durch Flüssigkeitsstau an, die Drüsen der Bronchien produzieren vermehrt Schleim. Der Patient atmet mit den typischen Pfeifgeräuschen beim Ausatmen. Der sofortige Einsatz des Asthmasprays ist nötig oder es muss ein Notarzt aufgesucht werden, speziell dann, wenn sich der Asthmaanfall über Stunden verschlechtert, denn dann besteht die Gefahr des „Status Asthmaticus“. In diesem lebensbedrohlichen Zustand kann es, durch die über Stunden anhaltende Verengung der Atemwege, zu Störungen der Herzfunktion kommen.

Hausstaubmilben-Allergie

Es gibt förmlich keinen Haushalt, auch wenn er noch so reinlich geführt wird, in dem sie nicht ihr Unwesen treiben: Hausstaubmilben. Sie leben, wie der Name vermuten lässt, im Hausstaub und teilen mit uns das Bett. Hausstaubmilben sind ungefähr 0,3 Millimeter große, eigentlich harmlose Spinnentierchen, die zum Überleben menschliche und tierische Hautschuppen und eine feucht-warme Umgebung benötigen. Dabei sind sie es noch nicht einmal selbst, die Symptome wie Schnupfen, Bindehautentzündung oder Asthma hervorrufen, sondern ihre extrem winzigen Kotbällchen.

Etwa sechs bis zwölf Prozent der Bevölkerung leiden unter der Hausstaubmilben-Allergie. Die Symptome beginnen meist morgens nach dem Aufwachen. Sie halten über das ganze Jahr an, verstärken sich im Herbst und Winter. Es hat sich gezeigt, dass die Probleme im Sommer durch häufiges Lüften und generell durch regelmäßiges Wechseln der Bettwäsche nachlassen. Hilfreich sind spezielle Bettbezüge, so genannte allergendichte Zwischenbezüge, die über die Matratze gespannt werden. Sie sind atmungsaktiv und luftdurchlässig und lassen sich in der Waschmaschine waschen. Es gibt sie von verschiedenen Anbietern und können über Ihre Apotheke bezogen werden.

Tipps die Ihnen helfen können, Ihre Allergiesymptome zu verringern

  • Auf niedrige Luftfeuchtigkeit in Wohnräumen achten, regemäßig gut lüften
  • Weitgehend auf Teppiche, Teppichboden, Stoffvorhänge und Stoffmöbel verzichten
  • Immer mit einem feuchten Tuch staubwischen, um Aufwirbelungen zu vermeiden
  • Stoffkuscheltiere der Kinder gelegentlich über Nacht in den Kühlschrank legen
  • In regelmäßigen Abständen Betten und Polster mit Milbenspray besprühen

Schimmelpilz-Allergie

Was hat der leckere Speisepilz mit einem ekligen Schimmelpilz gemein? Für den Laien zwei völlig verschiedene Dinge, für den Botaniker jedoch weitgehend das Gleiche: In beiden Fällen handelt es sich um Gewächse, die mit einem unsichtbaren Geflecht von Zellen in einer Unterlage verankert sind, die Fruchtkörper bilden und die sich durch Sporen vermehren. Und genau diese Sporen, genauer gesagt die Eiweiße auf deren Oberfläche, sind für die Allergie verantwortlich. Der Pilz verbreitet diese Sporen in riesiger Zahl mit der Luft, ähnlich wie bei den Pollen der Pflanzen. Deshalb ist er häufig in den Dichtungsfugen im Badezimmer zu finden. In Verbindung mit Körperwärme gedeihen Schimmelpilze besonders gut, also gerade im heimeligen Bett. Es ist aber nicht nur eine Pilzsorte, sondern mehrere die im häuslichen Umfeld vorkommen. Schimmelpilze können für den allergischen Dauerschnupfen, für Asthma und Neurodermitis verantwortlich sein. Sie sind allerdings nur selten die alleinigen Übeltäter: Meist handelt es sich bei den Allergieauslösern um eine Kombination verschiedener Allergene. Schimmelpilznester, die sich unter der Tapete oder Holzverkleidung, hinter Einbauschränken oder gar im Estrich verstecken, sind oft schwer zu finden. Ob ein Pilzverdacht begründet ist, kann eine Innenraumanalyse klären oder durch speziell dressierte Spürhunde ausfindig gemacht werden.

Hilfreiche Maßnahmen bei Schimmelpilz-Allergie

  • Meiden Sie Wohnungen mit feucht-warmer Luft, insbesondere Räume mit feuchten Mauern, Tapeten oder Kacheln
  • Benutzen Sie keine Luftbefeuchter
  • Suchen Sie hinter Schränken, Tapeten und allen anderem, was direkt an Wänden steht, nach vorhandenem Stockschwamm (Schimmelpilz) und lassen Sie ihn vom Fachmann entfernen
  • Stellen Sie keine Zimmerpflanzen ins Schlafzimmer – in Blumenerde gedeihen Schimmelpilze gut
  • Lassen Sie so oft wie möglich frische Luft und Sonne in Ihre Wohnung
  • Keine angeschimmelte Nahrung in der Wohnung belassen und den Mülleimer täglich leeren
  • Bekämpfen Sie Pilze im Kühlschrank, indem Sie ihn regelmäßig abtauen und mit einer Natriumkarbonat-Lösung auswaschen, anschließend trocken nachwischen
  • Komposthaufen möglichst weit ab vom Haus platzieren

Haustier-Allergie

Als Hauptverursacher dieser Form der Allergie steht die Katze an erster Stelle, es folgen Hunde, Pferde und Vögel. Die Katzenallergie trifft überraschenderweise nur zur Hälfte Katzenhalter. Eine Erklärung kann darin liegen, dass in öffentlichen Gebäuden, aber auch in tierlosen Haushalten jede Menge Katzenallergene durch Kollegen oder Vormieter vorkommen. Bei Katzenallergikern besteht häufig eine Sensibilisierung gegenüber Pollen und/oder Hausstaubmilben. Bei Tierallergien ist die Hypo- oder Desensibilisierung selten erfolgreich, die Vermeidung des Allergens ist oft die beste Therapie, daher sollte man auf pelzige Haustiere oder Gefieder in einem Allergiker-Haushalt verzichten. Wer trotz Allergie sein Haustier behalten möchte, sollte es zumindest vom Schlafzimmer fernhalten. Waschen Sie das Tier einmal in der Woche gründlich, entfernen Sie die Teppiche und reduzieren Sie die Zahl der Stoffmöbel. Eventuell helfen auch Spezialstaubsauger, die Tierhaare möglichst gründlich entfernen.