Der Lärm der Welt

Auf manches werden wir erst aufmerksam, wenn es abwesend ist. So ist etwa die Gesundheit nur so lange selbstverständlich, so lange wir nicht krank sind. Genauso verhält es sich mit der Reizkulisse, der wir Tag für Tag ausgesetzt sind. Sie fällt nicht auf, geht unter in der allgemeinen Geschäftigkeit, aber sie wird uns bewusst, wenn sie auf einmal fehlt. Überlegen Sie einmal, wie Ihr Tag abläuft – angefangen vom morgendlichen Radiohören oder „Frühstücksfernsehen“ über das Chaos des Berufsverkehrs, den üblichen Stress am Arbeitsplatz bis hin zum Feierabend-Ausklang mit einem blutgetränkten Krimi vorm Schlafengehen.
Nicht zu vergessen die Werbebotschaften, die unablässig auf uns einwirken, in Gestalt von TV-Spots, Plakatwänden oder Internet-Bannern. Die Welt schreit uns an, schießt mit Kanonen auf uns, um unsere Aufmerksamkeit zu erzwingen. Jedem Angebot sollen wir uns widmen, jede Nachricht zur Kenntnis nehmen, jeden Werbe- Jingle mitbekommen. Wir werden raffiniert verführt und manchmal mit lärmenden Reizen rabiat gezwungen, in die Außenwahrnehmung zu gehen. Dabei bleibt das Gefühl für das innere Befinden oft auf der Strecke.