Demenz

Je älter ein Mensch wird, umso größer wird die Wahrscheinlichkeit, an einer Demenz zu erkranken. Etwa ab dem 80. Lebensjahr beginnt die Erkrankung schleichend von dem Patienten Besitz zu ergreifen. Der Gesundheitszustand des alten Menschen kann sich unterschiedlich schnell verschlechtern. Hegen die Angehörigen einen Verdacht auf Altersdemenz, z. B. wegen einer deutlichen zeitlichen und räumlichen Desorientierung, so wenden sie sich an ihren Hausarzt. Der überweist an einen Neurologen,
welcher die Erkrankung diagnostizieren kann. Die Altersdemenz ist eine langsam fortschreitende, für alle Beteiligten schwer zu ertragende Verschlechterung des Kurzzeitgedächtnisses: Der Patient hält sich emotional vorzugsweise in seiner Kindheit auf und findet sich im jetzigen Alltag nicht mehr zurecht. Diese Alterserkrankung stellt die größten Anforderungen an die Angehörigen, die die häusliche Pflege übernehmen wollen. Deshalb ist es für sie essenziell wichtig, professionelle Hilfe, besonders auf psychologischer Ebene, zu suchen und in Anspruch zu nehmen.

Da der Patient über ein extremes Langzeitgedächtnis verfügt, ist er oft auf der Suche nach Mutter und Vater. Um sie zu finden, geht er auch alleine aus dem Haus, ist aber völlig orientierungslos. In diesem Fall spricht man nicht vom Weglaufen, sondern von einer Hinlauftendenz. Hin zum Elternhaus, zu den Eltern, zur Kindheit. Die Familienmitglieder sind gefordert, ihn nicht nur vor der Straße zu schützen, sondern ihn immer wieder in die Gegenwart zurück zu bringen. Da der Demenz-Kranke immer wieder lichte Momente hat, wird er dankbar für die Ehrlichkeit sein.

Oft erkennen Demenzkranke ihre Angehörigen nicht mehr. Sie können in depressiven als auch aggressiven Emotionen verharren. Die Gefühlsschwankungen sind unberechenbar. Manchmal haben sie das Essen, das Kauen oder das Schlucken verlernt, Reflexe laufen nicht mehr automatisch ab. „Schubst“ man diese wieder an, d. h. macht man es ihnen vor, lernen sie es leicht wieder. Wichtig ist: Demente Patienten brauchen Anregung und Beschäftigung. Ziehen Sie ihn soweit wie möglich in die alltäglichen Tagesabläufe ein. Malen, kneten oder basteln sind optimale Beschäftigungen.

Im Laufe der Erkrankung werden die Patienten meist inkontinent. Da sie jedoch ihre Situation manchmal klar sehen, ist es häufig schwierig, sie zum Tragen von Vorlagen oder Windelhosen zu bewegen. Es gibt inzwischen etliche Firmen, die Inkontinenzartikel herstellen. Anbieter wie Attends, Tena oder Molimed unterteilen die Saugfähigkeit in fünf Saugstärken. Es gibt unterschiedliche Längen von Vorlagen, mit oder ohne Klebeband, auch die Art des Anziehens ist verschieden. Zieht man sie an wie einen Slip, spricht man von Pants, es gibt sie aber auch für Bettlägerige mit Klett- oder Klebeverschluss, wie bei Windelhosen für Babys. Die Matratze schützt man durch gummierte Molton-Einlagen in verschiedenen Größen.

Ein wichtiger Hinweis: Muss ein alter Mensch operiert werden, z. B. nach einem Sturz, so kann sich durch die Vollnarkose unter Umständen eine Demenz einstellen oder eine bestehende Demenz erheblich verschlechtern.

Im Umgang mit Demenzkranken sind nicht die praktischen Handgriffe einer üblichen häuslichen Krankenpflege ausschlaggebend für das Wohlbefinden des Patienten, sondern das Wichtigste sind Körperkontakt, Gefühle, Verständnis und Mitgefühl zeigen, Beistand leisten und immer wieder zur Selbstständigkeit anleiten.