Das geht über die Haut

Nesselsucht (Urtikaria)

Ihren Namen hat diese Form der Allergie durch die Ähnlichkeit der Haut-Symptome mit dem Erscheinungsbild nach Kontakt mit Brennnesseln: Am ganzen Körper kommt es zur akuten Rötung der Haut mit Quaddeln und meist starkem Juckreiz.

Die Nesselsucht kann hervorgerufen werden durch äußerliche Faktoren wie Sonnenstrahlen, Insektenstiche oder Kälte, aber auch durch eingenommene Nahrungsmittel. Typisch für das Erscheinungsbild ist, dass die Quaddeln nach einigen Stunden verschwinden, um an einer anderen Stelle erneut aufzutreten. Geht die akute Nesselsucht in eine chronische über, kann der Betroffene ohne „Ausschaltung“ des Allergens bzw. ohne Behandlung monatelang unter den Symptomen leiden.

Neurodermitis (endogenes Ekzem)

Bei der Neurodermitis handelt es sich um ein endogenes Ekzem, also ein Ekzem, das von innen heraus kommt. Sie stellt einen Sonderfall unter den allergischen Erkrankungen dar: Auf der einen Seite handelt es sich offenbar nicht um eine reine Allergie, auf der anderen Seite werden aber die Betroffenen häufig von klassischen allergischen Erkrankungen wie Heuschnupfen und Asthma begleitet.

Neurodermitis ist eine seit langem bekannte Erkrankung, unter der besonders Kinder, aber auch Erwachsene schwer zu leiden haben. Die Haut kann überschießend reagieren auf Wärme und Kälte, auf chemische Reize, auf intensiv riechende Düfte und auf mechanische Irritationen – um nur einige mögliche Auslöser zu nennen. Bereits bei Säuglingen zeigt sie sich als Milchschorf, hauptsächlich im Gesicht und an den Armen. Im Kindes- und Erwachsenenalter sind besonders Ellenbeugen, Kniekehlen, Hand-, Kniegelenk und Waden betroffen. Dabei ist die Haut rötlich, trocken und bei einem akuten Schub voller Papeln und Bläschen. Meist sind die Hautirritationen mit einem starken Juckreiz verbunden, wodurch sich besonders Kleinkinder oft blutig kratzen.

Trotz intensiver Bemühungen der medizinischen Forschung ist die Ursache dieser Hauterkrankung im Detail noch unklar. Patienten mit Neurodermitis bedürfen einer intensiven ärztlichen Betreuung und Beratung.

Tipps, die bei Neurodermitis helfen können

  • Zu langes und häufiges Baden oder Duschen meiden
  • Keine Seife verwenden, sondern stark rückfettende Dusch- und Badeöle
  • Nach dem Baden oder Duschen die Haut immer mit fetthaltigen Hautpflegemitteln eincremen
  • Wolle und Wollstoffe nicht auf bloßer Haut tragen
  • Keine zu enge oder eng anliegende Kleidung tragen
  • Säuglinge sollten über Nacht Ganzkörperanzüge tragen, um ein Blutigkratzen zu verhindern

Sonnenallergie

Bei besonders „lichtempfindlichen“ Menschen kann die Sonnenbestrahlung sofort oder auch erst nach Stunden und Tagen Hautrötungen sowie kleine, blassrote und juckende Bläschen und Quaddeln hervorrufen. Diese Form der Allergie tritt gehäuft im Urlaub auf und ist daher im Volksmund bekannt als „Mallorca-Akne“. Meist ist nicht allein die Sonne verantwortlich, sondern auch die Zusatzstoffe in Sonnenschutzmitteln und Hautcremes. Die erste und wichtigste Maßnahme: Bis zum Abklingen der Beschwerden die Sonne konsequent meiden.

Tipp: Verwenden Sie fettfreie, hypoallergene Sonnenschutzmittel mit hohem Lichtschutzfaktor und meiden Sie die Mittagssonne.

Bienen- und Wespengift-Allergie / Insektengiftallergie

Sollten Sie an einer Insektengiftallergie leiden, sind verschiedene Verhaltensregeln wichtig, um Insektenstiche zu vermeiden. Im Sommer sollte man auf blumige Parfums und Shampoos verzichten und möglichst keine gelbe, weite Kleidung tragen. Gefährdeten Personen ist zu empfehlen, sich in Gegenwart von Bienen und Wespen nicht abrupt zu bewegen und schon gar nicht in Panik auszubrechen.

Ist ein allergischer Patient trotz aller Vorsichtsmaßnahmen gestochen worden, muss er sofort und ohne eine Reaktion abzuwarten seine Notfallmedikamente einnehmen, die er im Sommer stets bei sich tragen sollte. Der Stachel muss in jedem Fall vorsichtig entfernt werden. Nur etwa ein Prozent der Gestochenen reagiert extrem. In diesen Fällen kann es zu Nesselsucht, Schwellungen im Gesicht und zum Kreislaufkollaps kommen. Bei der ärztlichen Notfallbehandlung wird Epinephrin gespritzt, die sicherste Methode, um einen anaphylaktischen Schock zu vermeiden.

Da bei Insektengiftallergien die Erfolgsrate einer Hyposensibilisierungs-Therapie bei über 90 Prozent liegt, ist sie gerade bei dieser Form der Allergie zu empfehlen.

Kontaktekzem

Modeschmuck, Brillengestelle, aber auch Verschlüsse an der Kleidung können, bei ständigem Hautkontakt und besonders unter dem Einfluss von Schweiß und Feuchtigkeit, eine Allergie auslösen. Meist handelt es sich dabei um nickelhaltige Metallgemische, dann spricht man von einer Nickelallergie. Deren Hauptverursacher sind Durchstiche durch die Haut für Ohrringe und anderen Körperschmuck.

Neben Nickel kann ein Kontakt-Ekzem durch Kosmetika oder Duftstoffe (beispielsweise in Parfums, Raumdüften und ähnlichem), Kunststoffe, Gummi, Spülmittel, Farben und andere Chemikalien ausgelöst werden. An den Hautstellen, auf die das Allergen einwirken konnte, entwickelt sich deutlicher Juckreiz, gefolgt von Rötung und Schwellung. Es kommt zur Bildung von nässenden Bläschen, später zu einer Schuppen- und Krustenbildung. Das Ekzem bleibt auf den Ort der Allergeneinwirkung beschränkt. Beste Therapie: Hautkontakt vermeiden! Kontakt-Ekzeme sind auch häufige Ursachen von berufsbedingten Allergien.

Latex-Allergie

In den letzten Jahren häufen sich die Berichte über Allergien auf latexhaltige Gegenstände. Ganz besonders betroffen sind Personen, die im medizinischen Bereich tätig sind. Sie müssen häufig berufsbedingt latexhaltige Gummihandschuhe tragen oder kommen über Beatmungsmasken, Pflaster und Blasenkatheter ständig mit Latex in Berührung. Aber auch im normalen Alltagsleben sind latexhaltige Gebrauchsgüter weit verbreitet, beispielsweise Luftballons, Kondome, Pessare, Matratzen, Textilien mit Stretcheffekt, BHs und Klebegummierung auf Briefmarken.

Auch hier gilt als beste Therapie die Vermeidung des Auslösers. Ist das berufsbedingt nicht möglich, so kann im schlimmsten Fall ein Arbeitsplatzwechsel nötig sein.

Mögliche Beschwerden bei Latexallergie

  • Juckende Quaddeln bei direktem Hautkontakt
  • Ekzeme
  • Juckreiz in Nase und Augen
  • Fließschnupfen und Augentränen
  • Hustenreiz, Luftnot
  • Schockzustand, beispielsweise während einer Operation