Abszesse, Furunkel und Co.

Nicht jeder Pickel ist eine Akne. Entzündungen entstehen leicht an Haarwurzeln, nach der Rasur oder Epilation, durch Abschürfungen der Haut oder auch durch Verletzungen am Nagelbett. Eine weitere mögliche Gefahrenquelle ist eng anliegende Kleidung beim Sport – gerade Radfahrer oder Reiter kennen das Problem rund um das Gesäß. Durch die Reibung der Nähte kann es zu einer Hautentzündung kommen, die durch eine bakterielle Infektion unter der Haut zu eitern beginnt – es hat sich ein Abszess gebildet. Wenn die Vereiterung weiter fortschreitet, die Haut um den Abszess rot und heiß wird und anschwillt, so spricht man von einem Furunkel. Wenn mehrere davon direkt benachbart sind, von einem Karbunkel. Spätestens dann sollte man einen Hautarzt aufsuchen, um eventuell eine Behandlung mit Antibiotika zu beginnen.

Im Rahmen der Selbstmedikation können so genannte Zugsalben Linderung verschaffen (ilon Salbe classic, Ichtholan 20%, Thiobitium 20%). Man gibt dafür ein wenig Salbe auf die betroffene Hautstelle und deckt diese – je nach Größe – mit einem Pflaster oder einer Wundauflage ab. Beim täglichen Wechsel des Verbandes sollte man den Abszess gut beobachten: Entweder er öffnet sich oder er zieht sich wieder zurück. In den seltenen Fällen, wenn keine Veränderung sichtbar wird, sollte ein Arzt zu Rate gezogen werden. Abszesse oder Furunkel niemals selbst öffnen, denn dabei können tiefe Narben entstehen, man sollte diese lieber vom Arzt fachmännisch entfernen lassen.

Übrigens: Wenn es beim Stuhlgang schmerzt und juckt und der After sich verdickt anfühlt, sind dies meist keine Abszesse oder Furunkel, sondern Hämorrhoiden, also Blutgefäße, die sich aufgrund unterschiedlichster Ursachen verdickt haben. Bei der Behandlung ist neben der Schmerz-reduzierung und der Juckreizstillung auch der Schutz der Haut wichtig. Salben und Zäpfchen sollten daher ein leichtes, lokales Betäubungsmittel enthalten sowie eine Kombination aus hautberuhigenden und -schützenden Inhaltsstoffen wie Jojoba- oder Bienenwachs.