Empfindsamer durch Tanzen
Eine aktuelle Studie von Forschern an der City, University of London, und der Universität der Balearen lässt darauf schließen, dass Tänzer emotional empfindsamer sind. Die Untersuchung zeigt auch, dass Tänzer ihre Gefühle nicht nur besser wahrnehmen, sondern dass ihre Körper auch empfindsamer auf dargestellte Gefühlsregungen reagieren. Wahrscheinlich spielt Tanzen eine Rolle beim Empathietraining. Um zu untersuchen, wie die individuelle Empfindsamkeit gegenüber der Körperbewegungen anderer Menschen schwankt, haben die Forscher 19 Ballett-Tänzern und einer Kontrollgruppe von 24 Personen ohne Tanzerfahrung kurze Videoclips von Ballett-Tänzen gezeigt. Die 48 verwendeten Videos zeigten echte Live-Auftritte in schwarz-weiß und ohne Ton. Die Gesichter der Tänzer waren in jedem Clip unkenntlich gemacht, sodass kein Gesichtsausdruck zu sehen war, und die dargestellte Bewegung in den Clips war entweder fröhlich oder traurig. Um sicherzugehen, dass die erkannten Veränderungen auf Gefühlsregungen zurückzuführen sind, wurden bei der Hälfte der Tests die Bewegungen in der Reihenfolge abgespielt, in der sie erlernt wurden (vorwärts gerichtete Darstellung), und bei der anderen Hälfte wurden die Bewegungen rückwärts abgespielt (Kontrollbedingung). Glückliche oder traurige Bewegungsmuster Während die Teilnehmer die Videos sahen, brachten die Forscher Elektroden an ihren Fingern an, um die fast unmerkliche Schweißreaktion festzustellen, die durch eine emotionale Reaktion ausgelöst wird. Die Teilnehmer wurden auch gebeten, ihre emotionale Reaktion zu bewerten, insbesondere, ob die Bewegungen sie glücklich oder traurig machten. Die Forscher fanden heraus, dass erfahrene Tänzer stärker zwischen glücklichen und traurigen Tanz-Clips unterschieden, die in der gewöhnlichen, vorwärtsgerichteten Richtung abgespielt wurden, als die Kontrollteilnehmer. Weiterhin fanden sie über die Betrachtung der Schweißreaktion über die Elektroden an den Fingern der Teilnehmer heraus, dass sowohl die Tänzer als auch die Kontrollgruppe die Gefühle der Ballett-Videoclips richtig herausfanden, die Tänzer jedoch körperlich sehr viel stärker darauf reagierten.
Wohlfühlen
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Pilzerkrankungen – Keine Bagatelle
Pilzinfektionen – medizinisch Mykosen – können die verschiedensten Körperteile betreffen. Meist lassen sie sich gut behandeln, aber manchmal kann es auch gefährlich werden. Gefährlich und nützlich, köstlich und lästig – Pilze sind ganz besondere Lebewesen. Nicht Tier und nicht Pflanze, bilden sie ein eigenes Reich mit unzähligen Arten vom Einzeller bis zum riesigen Ständerpilz. Im Gegensatz zu Pflanzen können sie keine Photosynthese betreiben, ernähren sich also wie Tiere von organischem Material. Von den Tieren unterscheiden sie sich unter anderem durch die Unbeweglichkeit und den Aufbau der Zellen. Viele Pilze sind nützlich für den Menschen, etwa die Speisepilze oder die fürs Brauen und Backen verwendeten Hefen. Andere sind hochgiftig oder verursachen unangenehme Krankheiten. Beim Menschen sind von Pilzinfektionen vor allem Haut und Schleimhäute betroffen, aber auch ein Befall innerer Organe ist möglich. Oft gelten die Erkrankungen als peinlich, da sie an intimen Stellen auftreten oder fälschlicherweise mit mangelnder Hygiene in Zusammenhang gebracht werden. Dabei leben Pilze praktisch auf jedem Menschen und richten dabei normalerweise keinen Schaden an. Meist sind Faktoren wie Stress, ein geschwächtes Immunsystem, hormonelle Umstellungen oder auch eine Antibiotikabehandlung die Ursache, dass ihre Vermehrung außer Kontrolle gerät und sich eine Mykose entwickelt. Pilze lieben es feuchtwarm Zu den häufigsten Pilzerkrankungen zählt der Fußpilz, von dem in Deutschland Studien zufolge fast jeder Dritte betroffen ist. Fußpilz wird – wie viele andere Hautpilzerkrankungen – meist von Fadenpilzen (Dermatophyten) ausgelöst. Er ist oft zwischen den Zehen zu finden, da die Pilze das dort herrschende feuchtwarme Klima lieben. Typische Symptome sind Juckreiz, Rötungen, Bläschen und Risse, Nässen und Schuppen.
Gesundheit und Wohlbefinden
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Mehr Energie mit Entsäuerung
Ein ausgeglichener Säure-Basen-Haushalt ist eine wichtige Voraussetzung für einen leistungsfähigen Körper. Eine neue Studie zeigt, welchen Einfluss Säuren und Basen auf die Energiebereitstellung haben. Die Leistungsfähigkeit des Körpers hängt davon ab, wie gut die Stoffwechselvorgänge aufeinander abgestimmt sind. Für einen reibungslosen Ablauf brauchen die Enzyme, die für die Steuerung des Energiehaushalts zuständig sind, einen stabilen pH-Wert. Verschiedene Puffersysteme sorgen für die Aufrechterhaltung des Blut-pH-Wertes. Voraussetzung für eine gute Pufferkapazität ist das Verhältnis von Säure und Basen. Stimmt es nicht, vermindert sich die Pufferkapazität. Die Stoffwechselvorgänge werden negativ beeinflusst und die Leistungsfähigkeit des Körpers beeinträchtigt. In einer Doppelblind-Studie des Universitätsklinikums Charité in Berlin wurde untersucht, wie sich eine vierwöchige Einnahme eines Basenpräparates auf den Stoffwechsel allgemein, aber auch lokal im Muskelgewebe auswirkt. 40 gesunde, ältere Frauen und Männer wurden in zwei Gruppen aufgeteilt. Die eine erhielt ein Basenpräparat, die andere Gruppe ein Scheinmedikament (Placebo). Während des Untersuchungszeitraums sollten beide Gruppen sich eher eiweißbetont, also säurelastig, ernähren. Zu Beginn und nach der vierwöchigen Einnahme wurden verschiedene Messungen durchgeführt. Beide Male wurden den Teilnehmern einmal nüchtern (12 Stunden) sowie nach dem Verzehr einer Testmahlzeit (30 Gramm Eiweiß) Proben entnommen.
Wohlfühlen
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Alles für einen gesunden Schlaf
Der gesunde Schlaf ist die wichtigste Voraussetzung zur Erholung und Wiederherstellung von Vitalität und Lebenskraft. Schlafstörungen sind allerdings weit verbreitet und beeinträchtigen die Lebensqualität. Da die Ursachen sehr vielfältig sein können, gibt es auch kein Universalheilmittel zur Verbesserung des Schlafs. Oft hilft aber schon die Einhaltung der Regeln für eine richtige Schlafhygiene. Nur wer gut schläft, fühlt sich am nächsten Tag wach, fit und erholt. Laut Angaben des Robert-Koch-Instituts klagt aber ein Viertel der Bundesbürger über gelegentliche oder häufige Schlafstörungen, elf Prozent erleben ihren Schlaf als häufig nicht erholsam. Allerdings differieren Zahlenangaben über die Häufigkeit, je nachdem, wie Schlafstörungen definiert werden. Schlafmediziner kennen immerhin bis zu 88 verschiedene Schlafstörungen, die auch auf ähnlich viele Ursachen zurückgeführt werden können. Oftmals werden Schlafstörungen subjektiv von den Betroffenen auch gar nicht erkannt, sondern sie berichten über eine ihnen unerklärliche Tagesmüdigkeit. Erst eine eingehende Untersuchung im Schlaflabor bestätigt dann das beeinträchtigte Schlafverhalten. Gesunder Schlaf – was heißt das? Um über Schlafstörungen sprechen zu können, muss man zunächst einmal wissen, wie ein gesunder Schlaf beschaffen ist. Schlafforscher gehen davon aus, dass der Mensch mindestens fünf Stunden Schlaf braucht, um gesund zu bleiben. Als ideale Schlafdauer gelten sieben Stunden. Doch weniger die absolute Zahl der Schlafstunden ist relevant als vielmehr der Erholungswert des Schlafs. Dieser bemisst sich an der Schlafarchitektur, also dem Durchlaufen verschiedener Schlafphasen. Der Schlaf ist nämlich kein einheitlicher Zustand, sondern wechselt zwischen verschiedenen Phasen unterschiedlicher Schlaftiefe. Dabei verändert sich jeweils signifikant die Hirnstromaktivität. Auf Stadien des Tiefschlafs folgen mehrmals so genannte REM-Phasen (REM = Rapid eye movement), die sich durch ruckartige, schnelle Augenbewegungen kennzeichnen. Diese Phase wird auch als „Traumschlaf“ bezeichnet, hier ist nicht nur die Gehirnrinde aktiv, sondern auch andere Gehirnbereiche.
Wohlfühlen
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Mit allen Sinnen leben
Sehen, Hören, Riechen, Schmecken, Fühlen – im Idealfall spielen unsere fünf Sinne harmonisch zusammen, damit wir die Welt und das Leben in seiner ganzen Komplexität wahrnehmen können. Und sie haben darüber hinaus einen entscheidenden Einfluss auf unser Wohlbefinden. Da sehe ich schwarz“, „Ich kann diesen Menschen nicht riechen“, „Dafür braucht man Fingerspitzengefühl“ – viele alltägliche Redewendungen hängen mit den Sinnen zusammen. Das ist ein deutlicher Hinweis darauf, welch wichtigen Stellenwert sie im Leben einnehmen und wie stark wir auf sie bauen. Tatsächlich sind die Sinne rund um die Uhr im Einsatz. Zwar arbeiten sie nachts im Schlaf nur auf einem sehr niedrigen Level, aber die restliche Zeit nehmen wir über Augen, Ohren, Nase, Mund und Haut unzählige Eindrücke wahr: Wärme, Licht und Farben, Lärm, Essensdüfte, das süße Schmelzen von Schokolade im Mund und vieles mehr. So steht der Mensch über die fünf Sinne im Kontakt mit seiner Umwelt, und wenn einer von ihnen ausfällt, können die anderen dies nur begrenzt kompensieren. Darum ist es gerade heutzutage so wichtig, seinen Sinnesorganen besondere Aufmerksamkeit zu schenken. Denn in der modernen Welt stehen sie wie nie zuvor unter Druck. Reizüberflutung und übergroße Beanspruchung gelten längst als Mitverursacher für steigende Erkrankungszahlen in diesem Bereich. Immer mehr Menschen leiden etwa aufgrund von Computerarbeit unter Kurzsichtigkeit. Ähnliches gilt für Ohrgeräusche durch Tinnitus, bei dem Experten einen Zusammenhang zwischen zunehmendem Stress und Lärm vermuten. Sehen und Hören sind nicht ohne Grund meist die Erstgenannten der fünf Sinne. Denn sie werden am häufigsten genutzt, da unser Leben vor allem durch optische und akustische Reize geprägt ist. Der Sehsinn nimmt dabei die vorderste Position ein – über ihn werden dem Gehirn etwa 80 Prozent aller Informationen aus der Umwelt geliefert. Im Prinzip funktioniert das Auge ähnlich wie ein Fotoapparat: Die Pupille kann sich wie eine Blende je nach Lichteinfall verkleinern oder vergrößern. Dafür sorgen zwei Muskeln der farbigen Regenbogenhaut (Iris), die von der davorliegenden Hornhaut geschützt wird. Auf der Rückseite des Auges befindet sich die Netzhaut (Retina). Photorezeptoren verarbeiten die optischen Informationen, wandeln sie in elektrische Impulse um und leiten diese über den Sehnerv weiter ans Gehirn. Dort werden die Signale in Bilder umgewandelt.
Achtsamkeit und Psyche
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Meditation Ruhe für den Geist
Lange Zeit wurde Meditation vor allem mit Esoterik und fernöstlicher Spiritualität verbunden. Inzwischen hat sie sich auch bei uns als Methode etabliert, um im oft hektischen Alltag zu mehr Gelassenheit zu finden und der Gesundheit etwas Gutes zu tun – das bestätigt sogar die Wissenschaft. Wer an den Begriff Meditation denkt, sieht vor seinem geistigen Auge oft asketische Yogis oder buddhistische Mönche, die stundenlang nahezu reglos im Lotussitz verharren oder Mantras singen – ganz versunken in sich selbst. Tatsächlich nimmt diese spirituelle Praxis in vielen fernöstlichen Religionen einen wichtigen Raum ein, hat aber auch in zahlreichen anderen Kulturen eine lange Tradition. Während dabei allerdings vor allem geistige Erleuchtung und die Annährung an das Göttliche im Mittelpunkt stehen, ist Meditation hierzulande eher als Methode zur Stressbewältigung populär geworden. In unserem modernen Alltag voller Termine, Leistungsdenken, Reizüberflutung und gefangen in ständiger Erreichbarkeit dank digitaler Medien sehnen viele sich nach Ruhe und Entspannung. Meditation kann dabei sehr hilfreich sein. So finden sich unter der wachsenden Schar von Anhängern folglich ebenso hochgradig gestresste Führungskräfte wie überlastete berufstägige Mütter oder Menschen, die mit psychischen oder gesundheitlichen Problemen zu kämpfen haben. Regelmäßig praktizieren, um gelassen zu bleiben Allerdings ist Meditation wesentlich mehr als bloßes Relaxen. Vielmehr geht darum, einmal alles um sich herum zu vergessen und innere Einkehr zu halten. Das Gestern und das Morgen spielen keine Rolle, stattdessen gilt es, sich einzig und allein des Augenblicks bewusst zu werden. Nun ist es aber nicht damit getan, in Stresssituationen mal eben schnell ein bisschen zu meditieren. Man muss schon regelmäßig üben, um in kritischen Momenten oder Phasen gelassen zu bleiben. Erst nach einigen Wochen des Praktizierens kommen die positiven Effekte wirklich zum Tragen. Was genau diese Effekte sind, wurde mittlerweile vielfach wissenschaftlich untersucht. Im Mittelpunkt steht dabei vor allem die Wirkung auf das Gehirn. So zeigten Studien der deutschen Psychologin und Neurowissenschaftlerin Britta K. Hölzel, dass nach acht Wochen mit täglichen Meditationsübungen die Dichte der grauen Substanz im Hippocampus signifikant zunahm – diese Struktur kann umgekehrt bei Dauerstress durch einen hohen Cortisolspiegel geschädigt werden.
Achtsamkeit und Psyche
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Beeren: Bärenstarke Früchtchen
Ob rot oder schwarz, süß oder säuerlich, groß oder klein – Beeren sind erfrischend, leicht bekömmlich und gesund. Seit dem Frühsommer stehen die kleinen Früchtchen wieder ganz oben auf dem Speiseplan. Nahrungs- und Heilmittel Schon von jeher werden Beeren in allen Regionen der Welt als Nahrungsmittel, aber auch als Heilmittel geschätzt. So wurde die kleinfruchtige Walderdbeere nachweislich schon in der Steinzeit gesammelt. Durch Kreuzungen, meist zufällig, entstanden größere Früchte, die weiterentwickelt wurden. Da die großfruchtigen Erdbeeren am französischen Hof schon früh sehr beliebt waren, konnte sich der gewerbliche Anbau in Frankreich eher entwickeln. Der Erwerbsanbau von Erdbeeren, Himbeeren und Co. wächst in unseren Regionen stetig, aber auch so mancher Hobbygärtner ist stolz auf seine reichhaltige Ernte. Kleine Extras für die Gesundheit Die kleinen Früchtchen beeindrucken mit einem vergleichsweise hohen Vitamin- und Mineralstoffgehalt und enthalten außerdem reichlich Ballaststoffe, die unseren Darm fit halten. Die Vielzahl an sekundären Pflanzenstoffen wie Flavonoide und Anthocyane geben den Beeren ihre Farbe und haben großen gesundheitlichen Wert. Die tief blau bis violett gefärbten Heidelbeeren, dunklen Brombeeren und Schwarze Johannisbeeren enthalten mehr Anthocyane als Erdbeeren oder Himbeeren. Diese Substanzen haben eine herausragende antientzündliche und gefäßschützende Wirkung. Gemeinsam mit den Vitaminen A, C und E tragen sekundäre Pflanzenstoffe wesentlich zur Krebsprävention bei, stärken unser Immunsystem und schützen uns vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Es kommt nicht auf die Farbe an Je dunkler die Beere, desto intensiver ihr Aroma? Falsch! Die Farbe der Frucht gibt nicht immer Auskunft über ihren Geschmack, denn die Farbintensität variiert von Sorte zu Sorte. Während manche Erdbeeren im hellroten Zustand schon ihr volles Aroma entwickelt haben, sind andere erst dann reif, wenn sie tiefrot sind. Somit sind dunkelrote Erdbeeren nicht unbedingt süßer und hellere nicht zwangsläufig säurehaltiger.
Ernährung
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Blasenentzündungen vorbeugen und behandeln
Es ist die pure Quälerei: Brennende Schmerzen beim Wasserlassen, Unterleibskrämpfe und ständiger Harndrang. Blasenentzündungen sind weit verbreitet – jede zweite Frau leidet Schätzungen zufolge mindestens einmal im Leben darunter. Im Sommer tritt das Problem besonders häufig auf. Eigentlich ist die warme Jahreszeit ja keine Erkältungssaison. Das gilt jedoch nicht für die Blase, denn die „erkältet“ sich im Sommer besonders leicht. Dafür gibt es verschiedene Ursachen. Zum einen können nasse Badekleidung, Zug aus Klimaanlagen und das Sitzen auf kaltem Untergrund mit luftigem Outfit dafür sorgen, dass der Unterleib auch bei warmen Temperaturen auskühlt. Dann sinkt die Durchblutung in dieser Region, was die Abwehrkräfte der Blase schwächt, sodass sich Bakterien leichter ausbreiten können. Zum anderen wird im Sommer oft zu wenig getrunken – die aufgenommene Flüssigkeitsmenge bleibt bei vielen Menschen die gleiche wie im Winter. Da wir aber bei Hitze durch das Schwitzen mehr Flüssigkeit verlieren, wird über die Nieren weniger Flüssigkeit ausgeschieden. Das führt dazu, dass der Spüleffekt des Harntraktes nicht mehr optimal funktioniert. So können sich Krankheitserreger einfacher festsetzen. Außerdem ist es wichtig, gerade im Sommer viel zu trinken, damit die Harnwege gut durchspült werden – mindestens zwei Liter pro Tag sind angeraten, am besten Wasser oder ungesüßte Kräutertees. Hat einen bereits eine Blasenentzündung erwischt, gilt es schon bei den ersten Anzeichen gegenzusteuern. So unterstützen Blasen- und Nierentees das Herausspülen der Bakterien. Schmerzlindernd und krampflösend wirken können darüber hinaus warme Umschläge, Sitzbäder oder das Auflegen einer Wärmflasche im Blasenbereich. Auch zahlreiche pflanzliche Mittel haben sich zur Behandlung von leichten Harnwegsinfektionen bewährt. Doch Achtung: Wenn sich nach drei Tagen die Beschwerden nicht deutlich gebessert haben, bei Blut im Urin, auftretendem Fieber, während einer Schwangerschaft oder bei Diabetes sollte zügig der Arzt aufgesucht werden. Er veranlasst eine Laboruntersuchung des Urins und kann gegebenenfalls Antibiotika verschreiben, um schwerwiegende Komplikationen wie etwa eine Nierenbeckenentzündung zu verhindern. Tipp: Heilmittel aus der Natur Es müssen nicht immer gleich Antibiotika sein, auch pflanzliche Mittel können in leichteren Fällen helfen. Bärentraubenblätter: Ihre Inhaltsstoffe werden in Tabletten, Dragees, Tropfen oder Tees eingesetzt. Es wird ihnen eine desinfizierende Wirkung in den Harnwegen zugeschrieben. Cranberrys: Die kleinen roten Beeren gelten als Wunderwaffe gegen Harnwegsinfekte – ihnen wird eine antibakterielle, entzündungshemmende und antioxidative Wirkung zugesprochen. Als Saft und in Form getrockneter Früchte können Cranberrys vorbeugend wirken, aber auch im Akutfall in Tablettenform oder als Saft eingesetzt werden. Goldrutenkraut: Die Pflanze gilt traditionell als blutreinigend und harntreibend. Goldrutenkraut in Kapseln, Lösungen und Tees kann Krämpfe lindern und Entzündungen hemmen. Schachtelhalm: Die früher auch Zinnkraut genannte wasserausschwemmende Pflanze dient zur Durchspülung bei bakteriellen und entzündlichen Erkrankungen der ableitenden Harnwege und bei Nierengrieß. Sie wird vor allem in Tees, aber auch in Tropfen verabreicht.
Gesundheit und Wohlbefinden
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Zecken - Gefährliche Blutsauger
Sind die Tage endlich wieder warm und laden dazu ein, hinaus ins Grüne zu gehen, sind es leider auch die Zecken aktiv. Das Gefährliche an einem Zeckenstich ist die Übertragung von Krankheiten wie Borreliose und FSME. Wie alle Parasiten sind Zecken potenzielle Krankheitsüberträger. Die bekanntesten Krankheiten sind die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) und die Lyme-Borreliose. FSME beginnt mit Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen, ähnlich einer Sommergrippe. Bei einem Teil der Infizierten befällt das FSME-Virus das zentrale Nervensystem und kann dann schwere, bisweilen tödliche Komplikationen wie Nervenschäden, Gehirnentzündungen und Rückenmarksentzündungen auslösen. Einmal ausgebrochen, ist gegen die Virus-Infektion FSME nichts zu machen. Allerdings kann man sich gegen FSME impfen lassen. Gegen die Lyme-Borreliose, die durch die bakteriellen Borrelien verursacht wird, ist dagegen keine Impfung möglich. Sie kommt auch 50- bis 100-mal häufiger vor als FSME und ist nicht auf bestimmte Risikogebiete beschränkt. Jede dritte bis fünfte Zecke überträgt die Infektion. Ihre Auswirkungen sind besonders heimtückisch. Tückische Borreliose Die Borreliose stellt Betroffene und Ärzte gleichermaßen vor Rätsel, da sie sich durch unterschiedlichste Symptome äußert, die auf keine bestimmte Krankheit schließen lassen. So hat jeder fünfte der vier Millionen deutschen Schmerzpatienten nach Ansicht von Medizinern sein Leiden einem vor Jahren unbemerkten oder verharmlosten Zeckenstich zu verdanken. Es kann Jahre nach der Infektion zu Gelenksentzündungen, zu Immunschäden, Blutarmut, Muskelentzündungen, Harnsäurestörungen, ja sogar zu einer Form von Leukämie kommen. Die Borreliose kann bisweilen in ihrer Erscheinungsform der Multiplen Sklerose sehr ähnlich sehen und muss diagnostisch gegen sie abgegrenzt werden. Gegen bakterielle Infektionen wie die mit Borrelien helfen Antibiotika – sie müssen aber rechtzeitig eingesetzt werden, damit es nicht zu gravierenden Spätfolgen kommt. Wenn innerhalb von zwei Wochen nach einem Zeckenstich grippeähnliche Beschwerden auftreten, begleitet von hohem Fieber (bis 39,5 Grad Celsius) und Gelenk- oder Muskelschmerzen, sollte in jedem Fall ein Arzt aufgesucht werden. In etwa der Hälfte aller Fälle bleibt sogar das typische Anzeichen einer Borreliose aus, nämlich eine ausgedehnte Rotfärbung um die Einstichstelle (Erythema migrans). Infektionsverhütung ist der beste Schutz Die beste Waffe gegen alle die von Zecken übertragenen Krankheiten ist immer noch die Verhütung, damit es erst gar nicht zu einer Infektion kommt. Dabei ist es hilfreich, etwas über die Entwicklung der Blutsauger aus dem Reich der Spinnen zu wissen. Die Zecke, auch Holzbock genannt, entwickelt sich als Larve aus den Eiern, die das Weibchen im Waldlaub ablegt. Die nur einen halben Millimeter großen Jungen sind bereits aktive Blutsauger: Allerdings erwischen sie meist nur Kleinnager wie Mäuse und Ratten, die als Zwischenwirt für die FSME-Erreger dienen. Ob auch Borrelien auf diesem Wege übertragen werden, ist noch nicht geklärt. Im zweiten Stadium, als ein Millimeter große Nymphen, suchen sich die Jungzecken erneut einen Wirt, den sie beim Blutsaugen mit dem Erreger infizieren, falls er es nicht schon ist. Aus der Nymphe entsteht die erwachsene Zecke. Allerdings kursieren eine Menge Märchen über dieses Tier. Es lässt sich weder von Bäumen auf den Menschen herunterfallen, noch hat es ein Schraubgewinde am Saugrüssel. Zecken lauern im Gras oder Gebüsch bis in Höhen von etwa einem Meter. Erst wenn ihnen ein Tier oder Mensch so nahe kommt, dass sie die Ausdünstungen der warmen Haut wittern, lassen sie sich fallen.
Gesundheit und Wohlbefinden
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Gut versorgt mit Vitamin E
Vitamin E ist eines der weniger „populären“ Vitamine. Dabei ist es unverzichtbar als so genannter Radikalfänger. In dieser Funktion vermindert es Zellschädigungen, schützt vor Entzündungen und nimmt Einfluss auf den Fettstoffwechsel. Vitamin E ist daher auch eine wertvolle Hilfe gegen Herz-Kreislauf- und Krebserkrankungen. Vitamin E ist ein Oberbegriff für eine Reihe von fettlöslichen Substanzen, zu denen vor allem die Tocopherole und Tocotrienole gehören. Entdeckt wurde diese Stoffgruppe in den 1920er-Jahren von zwei USamerikanischen Forschern, als sie auf einen bis dahin unbekannten fettlöslichen Faktor stießen, den Ratten zur Vermehrung brauchten. Identifiziert wurden die Substanzen in Weizenkeimöl, Hafer und Mais und zu den Vitaminen gezählt. Da man bis dahin die Vitamine A bis D kannte, erhielten die neuentdeckten Substanzen den Namen Vitamin E. Anfangs galt es als „Fruchtbarkeits-Vitamin“, inzwischen weiß man, dass Vitamin E eine ganze Reihe weiterer Funktionen für den Körper erfüllt, die mit der Zellgesundheit und auch dem Alterungsprozess zu tun haben. Antioxidans und Radikalfänger Die verschiedenen Formen von Vitamin E sind als Antioxidantien wirksam, die schädliche Oxidationsprozesse bremsen oder verhindern. Im Zuge des Stoffwechsels oder durch oxidativen Stress – z. B. durch UV-Strahlen, Rauchen und andere Umwelteinflüsse – entstehen in den Zellen aus Sauerstoff so genannte freie Radikale: Instabile Sauerstoffmoleküle, denen in der chemischen Struktur ein Elektron fehlt. Bestrebt, diesen Mangel auszugleichen, entreißen sie dem nächstbesten Molekül ein Elektron, das nun seinerseits instabil wird. So kann eine Reaktionskette in Gang kommen, die die Zellen schädigt. Häufig betroffen sind die aus Fettsäuren aufgebauten Zellmembranen. Vitamin E als fettlösliches Antioxidans ist in der Lage, diese Kettenreaktion zu unterbrechen, indem es sich mit den freien Radikalen verbindet, sie also „einfängt“. Doch welche Wirkungen haben diese schädlichen Oxidationsprozesse konkret? Beschädigte Zellwände führen dazu, dass die Zelle fehlerhaft arbeitet oder stirbt. Je mehr Zellen degenerieren, desto früher stellen sich Alterserscheinungen ein, z. B. Hautfalten oder Augenprobleme. Die Oxidation kann daneben auch die DNA der Zellen, ihre Erbsubstanz, schädigen und auf diese Weise Krebs auslösen. Indem Vitamin E die Oxidation hemmt, kann es die Zellen vor bösartiger Entartung schützen. Auch auf die Gesundheit von Hirnzellen hat Vitamin E einen Einfluss, so soll es das Fortschreiten einer Demenzerkrankung verlangsamen. Oxidation hat aber auch fatale Wirkungen hinsichtlich der Blutfette: So neigt LDL-Cholesterin zur Oxidation und wird dann zur bevorzugten „Beute“ von Makrophagen (Fresszellen) des Immunsystems. Die fettbeladenen Makrophagen verbinden sich mit fettbeladenen glatten Muskelzellen und lagern sich als Plaque (Belag) an den Wänden der Blutgefäße an. Dies ist die Ursache von Arteriosklerose und damit auch von Herz-Kreislauf-Krankheiten. Antioxidantien wie Vitamin E schützen das LDL-Cholesterin vor der Oxidation und machen es dadurch weniger gefährlich. Außerdem vermindern diese Vitamine die Entzündungsneigung in den Gefäßen. Vitamin E stellt daher einen wirksamen Herzschutz dar. Wie viel Vitamin E ist nötig? Vitamin E ist zwar in vielen Nahrungsmitteln enthalten, allerdings erreicht nicht einmal die Hälfte der Bevölkerung mit der Ernährung die Minimalzufuhr von 12 Milligramm Vitamin E pro Tag. Natürliches Vitamin E kommt vor allem in pflanzlichen Ölen vor, wie Weizenkeimöl, Sonnenblumenöl, rotem Palmöl und Olivenöl. Nüsse (vor allem Mandeln), Samen, Haferflocken, Mais, Butter und Eier enthalten ebenfalls Vitamin E, wenn auch in geringeren Mengen. Damit Vitamin E seine antioxidative Wirkung voll entfalten kann, reicht die Aufnahme über die Ernährung in der Regel nicht aus. Viele Ernährungsmediziner empfehlen eine zusätzliche Zufuhr von 100 Milligramm täglich. Fettlösliche Vitamine wie Vitamin E können sich jedoch in den Organen ablagern und bei einer überhöhten Zufuhr negative Wirkungen haben. Von einer Zufuhr von über 300 Milligramm am Tag wird daher abgeraten.
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Sommer, Sonne, Lippenherpes
Vorbeugen ist schwer, denn Herpes labialis gewinnt immer dann die Oberhand, wenn unser Immunsystem geschwächt ist. Das ist besonders oft im Sommer der Fall, denn Hitze und intensives Sonnenlicht strapazieren die empfindliche Haut der Lippen. Kommt dann noch Stress im Urlaub dazu, bilden sich die lästigen Lippenbläschen leider besonders gern. Und jährlich grüßt der Sommerurlaub. Das heißt für viele von uns: Raus aus den Arbeitssorgen, rein in die Urlaubsstimmung. Ob am türkisblauen Meer oder auf dem heimischen Balkon – Hauptsache, die Seele richtig baumeln lassen. Doch leider verlaufen nicht alle Urlaube so entspannt wie gewünscht. Kribbeln und Brennen an der Lippe können die aufkommende Urlaubsstimmung gefährden. Schnell drängt sich der Verdacht auf: Lippenherpes liebt Sonnenstrahlen. Ganz falsch ist das nicht, denn die unschön aussehenden Herpesbläschen erscheinen besonders dann, wenn unser Immunsystem geschwächt ist. Stress vom stundenlangen Stehen im Stau oder ein zu langes Nickerchen in der Sonne kann neben einem Sonnenbrand weitere unangenehme Folgen haben. Wichtig zu wissen: Die Haut der Lippen ist für UV-Licht besonders empfindlich und kann durch zu viel Strahlung schnell geschädigt werden. Schlummerndes Virus – plötzlich aktiv Lippenherpes (Herpes simplex labialis) wird zumeist durch das Virus Herpes-simplex-Typ 1 (HSV-1) verursacht. Die meisten Menschen tragen das Virus schon seit Kindertagen in sich, da es sich bereits durch den Mutter-Kind-Kontakt überträgt. Über Jahre schlummert es unbemerkt in den Nervenbahnen, wird aber plötzlich aktiv, wenn das Immunsystem schwächelt. Die Auslöser können sehr unterschiedlich sein und reichen von intensiven Sonnenstrahlen über Stress, etwa wenn im Vorfeld des Urlaubs noch sehr viel erledigt werden muss, bis hin zur Erkältung. Sind die Viren erst einmal in die Hautzellen eingedrungen, machen sie sich anfangs durch Kribbeln, Jucken und ein Spannen der Haut bemerkbar. Binnen Stunden bilden sich schmerzhafte Bläschen, die schließlich aufplatzen und sich verkrusten. Vorsicht: Die Bläschenflüssigkeit ist hochinfektiös. Bis der Lippenherpes von selbst abheilt, können schon etliche Tage vergehen. Die Urlaubsfreude wird auf jeden Fall empfindlich gestört, zumal man sich mit den unschönen Bläschen und Krusten am Mund sehr ungern in der Öffentlichkeit zeigt. Ein Mittel gegen Herpes im Urlaub dabeizuhaben, ist daher nicht die schlechteste Idee. Antivirale, immunstimulierende und wundheilende Mittel können bereits die weitere Ausbreitung der Viren blockieren und zugleich die Abheilung beschleunigen. HSV-1-Viren benötigen für ihr Wachstum die Aminosäure L-Arginin. Um die Virenvermehrung zu verhindern, kann die Aminosäure L-Lysin als Blocker genutzt werden (z. B. in Lysi-Herp-Trinkampullen). Aber auch pflanzliche Mittel bringen Erleichterung: So ist etwa hochdosierter Melissenextrakt ein lange bekanntes und wirksames Therapeutikum bei Lippenherpes. Wirkstoffe der Melisse (wie z. B. im LomaProtect Lippenpflegestift) legen sich als Schutzkappen über die Rezeptoren der Haut und hindern dadurch das Herpes-Virus daran, in die Hautzellen einzudringen. Ebenfalls nützlich sind Gerbstoffe, beispielsweise aus der Eichenrinde, und Glycyrrhizin aus der Süßholzwurzel (z. B. Roll-On-Stift G-Lipp plus). Gerbstoffe wirken adstringierend (zusammenziehend), juckreizstillend und antiseptisch, während Glycyrrhizin die Virenausbreitung stoppt. Einen anderen Ansatz verfolgt die Behandlung mit homöopathischen Mitteln. Sie regen den Körper dazu an, sich selbst zu helfen. Es gibt verschiedene Mittel für die Behandlung. Je nach Beschwerdebild erfolgt die Auswahl. Sie richtet sich beispielsweise nach der Beschaffenheit der Bläschen oder ob eher Juckreiz oder Brennen als Symptom wahrgenommen wird. Rhus toxicodendrom ist ein Mittel, das auf viele Herpes-Beschwerden eingeht wie etwa Bläschenbildung mit starkem Juckreiz, feine Krustenbildung oder Schwellung der Lippe.
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Aktiv gegen Bluthochdruck
Herrscht in den Gefäßen dauerhaft Überdruck, kann das fatale Auswirkungen haben und zu Herzinfarkt, Schlaganfall und Nierenschäden führen. Mit einer aktiven und gesunden Lebensweise lässt sich vorbeugen. Das Blut, das durch unsere Gefäße fließt, übt von innen einen Druck auf ihre Wände aus, der mit zunehmender Entfernung vom Herzen abnimmt. Gemessen wird in der Regel der Blutdruck in den größeren Arterien. Er verläuft in Wellen: Wenn sich das Herz zusammenzieht und Blut auswirft (Systole), ist er höher, erschlafft der Herzmuskel in der Diastole, sinkt er ab. Deshalb werden bei einer Blutdruckmessung immer der systolische und der diastolische Druck als Paar angegeben, beispielsweise 130/85 Millimeter Quecksilbersäule (mm HG). Ein sehr niedriger Blutdruck – unter 105/65 mm HG – ist gesundheitlich meist unbedenklich, kann sich aber durch Schwindel, Kopfschmerzen, Müdigkeit und Frieren bemerkbar machen. Oft genügt dann schon etwas Bewegung an der frischen Luft, um wieder in Gang zu kommen. Dagegen ist ein dauerhaft erhöhter Blutdruck gefährlich, denn er schädigt den Organismus auf vielerlei Weise: Das Herz muss mehr Kraft aufwenden, um gegen den Widerstand anzupumpen, was langfristig zu einer Überlastung und damit zu Herzschwäche führen kann. An den Gefäßwänden kann es zu kleinen Rissen und Verletzungen kommen. Die dadurch ausgelösten Reparaturprozesse führen zu einer Verdickung und Verhärtung – der sogenannten Arteriosklerose. Durch die verengten Adern wird dann die Durchblutung wichtiger Organe behindert, zum Beispiel des Herzens selbst, des Gehirns und der Nieren. Kommt es zu einem vollständigen Verschluss, drohen Herzinfarkt, Schlaganfall oder Niereninfarkt. Als milder Bluthochdruck gelten nach aktuellen Leitlinien Werte zwischen 135–140/85–95 mm HG. Optimal sind Werte unter 120/75 mm HG. Blutdruckselbstmessung – richtig gemacht! Nach erhöhten Blutdruckwerten in Praxismessungen beim Arzt wird in der Regel die Diagnose Bluthochdruck durch eine Langzeitblutdruckmessung bestätigt. Dann sollten Sie sich von Ihrem behandelnden Arzt ein Gerät zur häuslichen Blutdruckmessung mit einem entsprechenden Prüfsiegel für Messgenauigkeit empfehlen lassen. Tragen Sie Ihre Werte regelmäßig in einen Blutdruckkalender ein, den Sie zum Beispiel bei der Deutschen Hochdruckliga beziehen können. Wenn Ihr Hausarzt zwischen rechtem und linkem Arm Messunterschiede festgestellt hat, messen Sie an dem Arm mit dem höheren Blutdruckwert. Die Messung sollte jeweils zweimal morgens nach dem Aufstehen (z. B. zwischen 6 und 9 Uhr) und zweimal abends (18 bis 21 Uhr) vor der Medikamenteneinnahme erfolgen. Sie messen im Sitzen und lassen vor jeder Messung mindestens fünf Minuten Ruhepause vergehen. Die Messung sollte an sieben aufeinanderfolgenden Tagen durchgeführt werden. Der erste Tag wird verworfen, da die Werte am Anfang meist etwas höher sind, als später im Verlauf. Nach den Mittelwerten über eine Woche ergeben sich für die Blutdruckselbstmessung die Grenzwerte, die in der Tabelle aufgeführt sind. Grenzwerte für die Blutdruckselbstmessung Blutdruck in mmHg systolisch/diastolisch Diagnose 1. unter 120 / 75: Glückwunsch, das ist ein optimaler Blutdruck 2. zwischen 120–130 / 75–80: Das ist ein normaler Blutdruck 3. zwischen 130–135 / 80–85: Achtung, hier handelt es sich bereits um hochnormale Werte – bei entsprechender familiärer Belastung oder anderen Risikofaktoren sollte der Blutdruck im Auge behalten werden 4. zwischen 135–150 / 85–95: Es besteht eine milde Bluthochdruckform – häufig reichen noch nicht-medikamentöse Maßnahmen aus 5. zwischen 150–170 / 95–105: Es besteht eine mittelschwere Bluthochdruckerkrankung – in Abhängigkeit von anderen Risikofaktoren kann eine medikamentöse Behandlung angezeigt sein 6. über 170 / 105: Es besteht eine schwere Bluthochdruckerkrankung – in der Regel ist eine baldige medikamentöse Therapie angezeigt
Rat und Tat
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