Naturheilmittel — so alt wie die Menschheit
Schon vor Jahrtausenden nutzten Kräuterfrauen und Heilkundige, was die Natur zur Linderung von Beschwerden bereithielt. Um Schmerzen zu lindern, um Fieber zu senken, um Unwohlsein zu beseitigen – Pflanzen setzte man gegen viele Beschwerden ein. Zahlreiche Versuche waren notwendig, bis genau bekannt war, welche Pflanze in welcher Dosierung bei welchen Beschwerden hilfreich ist. Im Laufe der Jahrhunderte entwickelten sich mit zunehmendem Wissen über die Anatomie des Menschen und deren Zusammenhänge weitere therapeutische Richtungen. Diese stützten sich sowohl auf Ressourcen der Natur und ihre Möglichkeiten, wie zum Beispiel die Wassertherapie (Hydrotherapie), als auch auf bestimmte Weltanschauungen, in denen der Mensch als Einheit von Körper, Geist und Seele gesehen und behandelt wird, wie beispielsweise in der Anthroposophie nach Rudolf Steiner. Mit der Entwicklung der chemischen Industrie konnten nicht nur etliche Wirkstoffe aus den Pflanzen isoliert werden, wie beispielsweise Digitalis aus dem Fingerhut, sondern Arzneistoffe konnten künstlich in Laboratorien hergestellt werden. Eine gravierende Veränderung, die das Behandlungsspektrum der Medizin, insbesondere für schwere, lebensbedrohliche Erkrankungen, in wenigen Jahrzehnten ungemein erweiterte. Gleichzeitig stieg jedoch die Zahl unerwünschter und teilweise gravierender Nebenwirkungen. Alternativen zur Schulmedizin, die begleitend oder ergänzend zu ihr eingesetzt werden, gewinnen daher zunehmend an Aufmerksamkeit – vor allem für so genannten Lapidarerkrankungen wie Erkältungen, leichte Verdauungs- oder Schlafstörungen. Stehen Nebenwirkungen für den Patienten nicht im Verhältnis zur heilenden Wirkung oder erscheint ihm die Therapie nicht befriedigend, so sucht er ebenfalls nach Möglichkeiten aus der Erfahrungsheilkunde. Es steht dennoch außer Frage, dass viele Menschen der Schulmedizin ihr Leben verdanken.
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